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AOK PLUS: Solides Jahresergebnis, aber keine Entwarnung für die GKV-Finanzen | AOK die Gesundheitskasse, Altenburg

AOK die Gesundheitskasse, Altenburg (Foto: Ronny Franke)

AOK PLUS: Solides Jahresergebnis, aber keine Entwarnung für die GKV-Finanzen

Gesundheit Pressemitteilungen
23.06.2026, 18:14 Uhr
Von: AOK PLUS - Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen
AOK PLUS schließt Geschäftsjahr 2025 mit positivem Ergebnis ab und mahnt faire Finanzierung, echte Strukturreformen sowie verlässliche Rahmenbedingungen für mehr gesunde Jahre an.

Die AOK PLUS hat das Geschäftsjahr 2025 in der Krankenversicherung mit einem positiven Rechnungsergebnis abgeschlossen. In der vergangenen Sitzung des Verwaltungsrates wurde die Jahresrechnung 2025 behandelt. Den Einnahmen von rund 17,5 Milliarden Euro standen Ausgaben von rund 17,3 Milliarden Euro gegenüber. Daraus ergibt sich ein Überschuss von rund 244 Millionen Euro.

„Das Ergebnis zeigt: Die AOK PLUS wirtschaftet verantwortungsvoll und stabil. Es zeigt aber genauso klar: Von Entwarnung kann keine Rede sein“, sagt Ilona Wojnowski, Vorständin der AOK PLUS. „Dass der Zusatzbeitrag zum Jahreswechsel 2024/2025 angehoben werden musste, hat unsere Versicherten und ihre Arbeitgeber spürbar belastet. Wer daraus ableitet, die Finanzprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung seien gelöst, liegt falsch. Denn gleichzeitig steigen die Ausgaben in fast allen Leistungsbereichen weiter erheblich.“

So solide das Ergebnis auf den ersten Blick wirkt: Der Überschuss von 244 Millionen Euro entspricht bei jährlichen Ausgaben von 17,3 Milliarden Euro rechnerisch nur gut fünf Tagen Gesundheitsversorgung. Das zeigt, wie begrenzt die finanziellen Spielräume tatsächlich sind. 

Die AOK PLUS hatte den Zusatzbeitrag zum 1. Januar 2025 von 1,8 auf 3,1 Prozent angehoben. Dadurch stiegen die Einnahmen aus Zusatzbeiträgen um rund 1,2 Milliarden Euro. Hinzu kamen einnahmeseitig höhere Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds. Zugleich erhöhten sich die Gesamtausgaben gegenüber dem Vorjahr um rund 1 Milliarde Euro auf 17,3 Milliarden Euro. Die Leistungsausgaben stiegen je Versicherten um 7,1 Prozent. Damit lag die AOK PLUS zwar unter der Entwicklung der gesamten gesetzlichen Krankenversicherung, die Dynamik bleibt aber hoch. 

Besonders stark stiegen die Ausgaben in den Bereichen Krankenhaus, Arzneimittel, Heilmittel, ärztliche Behandlung, Fahrtkosten und häusliche Krankenpflege. Allein die Krankenhausausgaben erhöhten sich auf rund 5,4 Milliarden Euro. Damit floss rund jeder dritte Euro der Leistungsausgaben in Krankenhausbehandlungen. Bei Arzneimitteln lagen die Ausgaben bei rund 2,9 Milliarden Euro. Die Heilmittelausgaben – beispielsweise für Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie - stiegen auf rund 902 Millionen Euro.

"Wir sehen eine Entwicklung, die auf Dauer nicht tragfähig ist“, so Wojnowski. „Die gesetzliche Krankenversicherung braucht kurzfristig wirksame Maßnahmen zur Beitragssatzstabilisierung und mittelfristig echte Strukturreformen. Es reicht nicht, Jahr für Jahr die Zusatzbeiträge anzuheben und die Rechnung an Versicherte und Arbeitgeber weiterzureichen. Politisch und gesellschaftlich müssen wir viel stärker darüber debattieren, welche Versorgung den größten Nutzen für die Menschen stiftet, wie Doppelstrukturen abgebaut, Qualität gestärkt und Fehlanreize beseitigt werden.“

Verwaltungsrat fordert faire Lastenverteilung
Auch der Verwaltungsrat der AOK PLUS sieht den Jahresabschluss als Beleg für verantwortungsvolles Handeln der Kasse, zugleich aber als Warnsignal für die politische Debatte.

Sven Nobereit, alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrates der AOK PLUS für die Arbeitgeberseite, sagt: „Für unsere Unternehmen ist die Entwicklung der Sozialbeiträge längst eine Standort- und Wettbewerbsfrage. Jeder zusätzliche Beitragspunkt belastet Arbeitgeber und Beschäftigte gleichermaßen. Deshalb brauchen wir eine nachhaltige Ausgabenpolitik im Gesundheitswesen. Beitragssatzstabilität darf kein Schlagwort bleiben. Sie muss sich in konkreten Entscheidungen zeigen: bei der Finanzierung von Krankenhäusern, Arzneimitteln, Vergütungsstrukturen und bei der Frage, welche Aufgaben der Bund endlich aus Steuermitteln finanziert.“

Daniela Kolbe, alternierende Vorsitzende des Verwaltungsrates der AOK PLUS für die Versichertenseite, betont: „Die Versicherten erwarten zu Recht eine gute, verlässliche und solidarisch finanzierte Gesundheitsversorgung. Aber sie erwarten ebenso, dass mit ihren Beiträgen verantwortungsvoll umgegangen wird. Wenn gesamtgesellschaftliche Aufgaben über Krankenkassenbeiträge finanziert werden, ist das nicht fair. Die gesetzliche Krankenversicherung darf nicht zum Ausfallfinanzierer des Bundes werden. Wer die Menschen entlasten will, muss die Beitragszahlenden schützen.“

Die AOK PLUS verweist in diesem Zusammenhang auf die laufende politische Diskussion um das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Die bisherigen Planungen reichen mit Blick auf die aktuelle Kostenentwicklung aus Sicht der Gesundheitskasse nicht aus, wenn das Paket im parlamentarischen Verfahren weiter abgeschwächt wird oder einzelne Leistungsbereiche von notwendigen Konsolidierungsbeiträgen ausgenommen werden. Für das Ziel der Beitragssatzstabilität sollten sich die Abgeordneten in den weiteren Beratungen stärker an den Vorschlägen der Finanzkommission Gesundheit von Ende März orientieren.

„Alle Akteure im Gesundheitswesen müssen ihren Beitrag leisten“, sagt Wojnowski. „Es wäre falsch, einzelne Bereiche von Einsparungen auszunehmen und die Lasten am Ende wieder den Beitragszahlenden aufzubürden. Gleichzeitig muss der Bund seiner Verantwortung nachkommen: Beiträge für Grundsicherungsbeziehende und versicherungsfremde Leistungen gehören auskömmlich und verlässlich steuerfinanziert. Wer Beitragssatzstabilität will, darf sich nicht aus der Finanzierungspflicht zurückziehen.“ 

Starke regionale Verankerung in Sachsen und Thüringen
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen bleibt die AOK PLUS stabile Marktführerin in Sachsen und Thüringen. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren rund 3,5 Millionen Menschen bei der AOK PLUS versichert. Der Marktanteil unter den gesetzlich Versicherten liegt weiterhin bei rund 57 Prozent. Damit ist mehr als jeder zweite gesetzlich Versicherte in Sachsen und Thüringen bei der AOK PLUS.

„Unsere Aufgabe ist klar: Wir wollen starke Gesundheitslotsin für die Menschen in Sachsen und Thüringen bleiben“, so Wojnowski. „Dazu gehören guter Service, regionale Nähe und verlässliche Leistungen. Vor allem aber geht es darum, Gesundheit nicht nur zu finanzieren, sondern Menschen dabei zu unterstützen, länger gesund, aktiv und selbstbestimmt zu leben. Unser Ziel sind mehr gesunde Jahre. Damit das gelingt, braucht die gesetzliche Krankenversicherung stabile politische Rahmenbedingungen, eine faire Finanzierung und den Mut zu echten Strukturreformen. Das ist die entscheidende Botschaft aus diesem Jahresabschluss.“
 

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