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Fake-Klimaanlagen im Netz: Vorsicht vor überteuerten Wunderkühlern | Verbraucherzentral Thüringen

Verbraucherzentral Thüringen (Foto: Ronny Franke)

Fake-Klimaanlagen im Netz: Vorsicht vor überteuerten Wunderkühlern

Ratgeber Pressemitteilungen
07.07.2026, 17:27 Uhr
Von: Verbraucherzentrale Thüringen e.V.
Dubiose Online-Shops nutzen Sommerhitze für irreführende Werbung aus

Wenn die Temperaturen steigen, wächst auch der Wunsch nach schneller Abkühlung. Genau das nutzen unseriöse Anbieter derzeit aus. Die Verbraucherzentrale Thüringen warnt vor angeblichen Mini-Klimaanlagen, die im Internet als günstige und stromsparende Wunderkühler angepriesen werden, tatsächlich aber oft kaum mehr leisten als ein einfacher Ventilator.

„Viele dieser Geräte werden mit völlig überzogenen Versprechen beworben. Wer erwartet, damit einen Raum in wenigen Minuten spürbar herunterzukühlen, wird in der Regel enttäuscht“, sagt Ramona Ballod, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen. Häufig ist von „revolutionärer Technologie“, „90 Prozent weniger Stromverbrauch“ oder einer Kühlung des ganzen Raums in kürzester Zeit die Rede. Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale sind solche Aussagen meist nicht nachvollziehbar belegt.

Besonders problematisch: Die Geräte werden oft zu stark überhöhten Preisen verkauft. Während vergleichbare Produkte im Großhandel teils nur wenige Euro kosten, verlangen manche Online-Shops 60, 70 oder sogar mehr als 100 Euro. Hinzu kommen mitunter versteckte Zusatzkosten, etwa für Versand oder Garantieerweiterungen. In manchen Fällen werden Verbraucher:innen zudem unbemerkt in Abo-Modelle gedrängt.

Täuschend echte Testseiten

Die Werbung für die vermeintlichen Klimageräte erscheint häufig auf YouTube, in sozialen Medien oder auf Webseiten, die wie unabhängige Testportale wirken. Hinweise darauf, dass es sich um Werbung handelt, sind oft nur schwer erkennbar. Auch angebliche Erfahrungsberichte und Bewertungen sollten Verbraucher:innen kritisch prüfen.

„Gerade wenn seriöse Händler bei großer Hitze ausverkauft sind, klingen solche Angebote verlockend. Doch wer spontan bestellt, landet schnell bei einem dubiosen Anbieter“, warnt auch Ralf Reichertz, Jurist bei der Verbraucherzentrale Thüringen. Auf bekannten Online-Marktplätzen können solche Geräte ebenfalls über Drittanbieter auftauchen. Entscheidend ist deshalb immer, wer tatsächlich Verkäufer und Vertragspartner ist und von wo die Ware verschickt wird.

Warnsignale vor dem Kauf beachten

Die Verbraucherzentrale Thüringen rät, vor dem Kauf genau hinzuschauen. Misstrauisch werden sollten Verbraucher:innen insbesondere bei unrealistischen Kühlversprechen, fehlenden unabhängigen Testergebnissen, unklaren Angaben zur Produktsicherheit oder Werbeaussagen wie „NASA-Technologie“ ohne nachvollziehbare Grundlage.

Auch der Shop selbst sollte geprüft werden. Ein fehlendes oder unvollständiges Impressum, eine frisch registrierte Domain, eine ungewöhnliche Mischung völlig unterschiedlicher Produkte oder unklare Angaben zum Unternehmenssitz können Hinweise auf unseriöse Angebote sein. Eine erste Einschätzung bietet der Fake-Shop-Finder der Verbraucherzentralen.

Bereits bestellt? Schnell handeln

Wer bereits bestellt hat, sollte möglichst rasch reagieren. „Grundsätzlich gilt bei Online-Käufen ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Entspricht das Produkt nicht den Werbeversprechen oder ist es mangelhaft, kommen außerdem Gewährleistungsrechte in Betracht. Die Durchsetzung kann jedoch schwierig sein, wenn Anbieter im außereuropäischen Ausland sitzen“, erklärt Ralf Reichertz.

Betroffene sollten versuchen, Zahlungen rückgängig zu machen. Bei Kreditkartenzahlungen kann ein Chargeback-Verfahren helfen, bei Zahlungsdiensten sollten Betroffene den Käuferschutz nutzen oder den Kundenservice kontaktieren. Wurde über einen Online-Marktplatz bestellt, sollte auch dieser eingeschaltet werden. Bei Überweisung per Vorkasse bleibt oft nur der schnelle Kontakt zur Bank, wobei Rückholungen meist schwierig sind.

Wer unsicher ist oder bereits Probleme mit einem solchen Anbieter hat, kann sich an die Verbraucherzentrale Thüringen wenden. Unter vzth.de/termin-buchen oder unter der zentralen Servicenummer (0361) 555 14 0 erhalten Verbraucher:innen einen Termin für ein persönliches Beratungsgespräch.

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