Aktuell landen in vielen Thüringer Briefkästen Fake-Schreiben von vermeintlichen Inkassobüros. Die Unbekannten nennen sich EOS Inkasso Deutschland GmbH, Kanzlei Dieter Hafner oder Rechtsanwältin Ines Meier und machen Forderungen in mittlerer vierstelliger Höhe geltend. Angeblich geht es um ausstehende Zahlungen für Gewinnspiele mit Euromillionen-Lotterie, Eurotipp 24 oder Eurojackpot. Die Verbraucherzentrale warnt: Rufen Sie nicht unter den angegebenen Nummern zurück und zahlen Sie auf keinen Fall die geforderte Summe.
In den gefälschten Inkasso-Schreiben behaupten die Betrüger, die Verbraucher:innen hätten am Telefon zahlungspflichtige Verträge über Gewinnspiele abgeschlossen, die Rechnung aber nicht beglichen. Um den Druck zu erhöhen, behaupten sie, es gäbe Aufzeichnungen dieser Telefonate und drohen sogar mit Zwangsvollstreckung und Kontopfändung.
„Der neue Dreh bei dieser altbekannten Inkasso-Masche: Die Verbraucher:innen sollen nicht direkt an eine angegebene IBAN überweisen, sondern sich zunächst telefonisch beim Inkassobüro melden – offenbar um die Zahlungsmodalitäten zu erfragen”, sagt Kristin Fernschild, Juristin bei der Verbraucherzentrale Thüringen. „In der Vergangenheit standen in den Fake-Schreiben oft verdächtige Bankverbindungen, oft zu Konten im Ausland. Offenbar versuchen die Betrüger mit der neuen Rückrufmasche nun, unsere Warnhinweise zu umgehen.” Dafür spreche auch, dass die in den Schreiben angegebenen Telefonnummern laufend wechseln.
Auch das seriös agierende Inkassounternehmen EOS KSI warnt mittlerweile vor den Briefen, die die dubiose Trittbrettfahrer unter dem ähnlich lautenden Namen EOS Inkasso Deutschland GmbH versenden.
„Wer einen solchen Brief von EOS Inkasso Deutschland GmbH oder von einem anderen Absender erhält, sollte auf keinen Fall die angegebene Telefonnummer anrufen“, sagt Kristin Fernschild. „Wir gehen davon aus, dass bei einem Anruf eine Bankverbindung oder eine andere Zahloption mitgeteilt wird. Betroffene sollten auf keinen Fall Geld überweisen.“ Auch sollten Verbraucher:innen niemals eine Anerkenntnis, beispielsweise in Form eines Vergleichs, unterschreiben.
Wer unsicher ist, ob ein Inkasso-Schreiben von einem seriösen Absender stammt, kann den kostenlosen Inkasso-Check der Verbraucherzentrale unter www.vzth.de/inkasso-check nutzen. Fake-Inkassobüros listet auch die Verbraucherzentrale unter vzth.de/schwarzliste-inkasso auf. Auch unter www.rechtsdienstleistungsregister.de können Betroffene prüfen, ob es sich um ein eingetragenes Inkassobüro handelt.
Wer Zweifel hat, ob Inkassoschreiben berechtigt sind, kann sich direkt an die Verbraucherzentrale Thüringen wenden. Unter vzth.de/termin-buchen oder unter der zentralen Servicenummer (0361) 555 14 0 erhalten Verbraucher:innen einen Termin für ein persönliches Beratungsgespräch.
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