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Übermorgen ist bundesweiter Warntag |

(Foto: Ronny Franke)

Übermorgen ist bundesweiter Warntag

Pressemitteilungen
08.09.2026, 11:25 Uhr
Von: THÜRINGER MINISTERIUM FÜR INNERES, KOMMUNALES UND LANDESENTWICKLUNG
Sirenen, Warn-Apps, Cell Broadcast und ASA im Test

Am Donnerstag erproben Bund, Länder und Kommunen zum sechsten Mal gemeinsam ihre Warnsysteme. Zum bundesweiten Warntag wird das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) um 11 Uhr über das Modulare Warnsystem (MoWaS) eine Testwarnung versenden. Diese wird an alle verbundenen Warnmultiplikatoren wie Radio- und TV-Sender, digitale Anzeigetafeln, Warn-Apps sowie über Cell Broadcast weitergeleitet und wird dadurch Millionen Menschen in Deutschland erreichen. Um 11:45 Uhr wird dann wieder entwarnt.

Innenminister Georg Maier betont: „Beim Warntag geht es vor allem um den Test der Alarmierungssysteme. Funktionieren die Warn-Apps? Funktionieren die Sirenen? Nur so können wir Fehlerquellen ausmerzen.“

Alle Landkreise und kreisfreien Städte in Thüringen haben ihre Teilnahme am Warntag zugesagt. Aus Sicht des Innenministeriums sollen möglichst viele der knapp 2300 Sirenen im Land, die von den Unteren Katastrophenschutzbehörden betrieben werden, ein Alarmsignal abgeben. Thüringen setzt wie andere Bundesländer auf den Warnmittelmix. Dazu gehören die Warn-Apps NINA und KATWARN, Lautsprecherfahrzeuge, Stadtinformationstafeln sowie Rundfunk und Fernsehen. Das wichtigste Warnmittel ist mittlerweile der Mobilfunk-Warnservice Cell Broadcast geworden. Der Dienst erreicht alle modernen Smartphones in einer Funkzelle, die eingeschaltet und nicht im Flugmodus sind. Für dieses Jahr strebt das BBK eine weitere Steigerung der Empfangsquote an. Erstmalig soll auch über Cell Broadcast entwarnt werden.

Laut einer BBK-Befragung (rund 2800 Umfrageteilnehmende) sind zum „Warntag 2025“ 95 Prozent der Menschen in Thüringen durch mindestens ein „Warnmittel“ erreicht worden. Bundesweit waren es demnach 97 Prozent. Als wichtigste Warnquelle wurde Cell Broadcast (72%) genannt, gefolgt von der NINA-Warnapp (59%), Sirene (46%), KATWARN-App (10%), Radio (7%) und Fernsehen (4%).

„NINA, die Warn-App des Bundes, sollte inzwischen jede und jeder auf seinem Smartphone haben. Warnhinweise können die Nutzer der App regionalisieren und sind so immer informiert, egal, wo sich die Angehörigen gerade aufhalten“, sagt Innenminister Georg Maier.

2025 neu hinzugekommen ist der Automatic Safety Alert, kurz ASA. Das digitale Warnsystem aktiviert geeignete DAB+-Radios auch im Standby-Modus automatisch und spielt Warnmeldungen ab. Der Dienst funktioniert unabhängig von Mobilfunk und Internet, ist besonders robust bei Netzausfällen und ermöglicht eine präzise regionale Aussteuerung. Doch die Verbreitung ist noch begrenzt. ASA-kompatible Radios werden erst seit Mitte des vergangenen Jahres verkauft und müssen regional auf einen vorgegebenen Standortcode eingestellt werden

Insgesamt verfolgt der Warntag mehrere Ziele: Er soll die Aufmerksamkeit der Bevölkerung für Warnungen erhöhen und die Vielfalt der Warnkanäle bekannter machen. Zugleich stärkt er die Fähigkeiten im Selbstschutz und das Vertrauen in die Systeme und staatliches Handeln im Krisenfall. Dazu gehört auch, dass mögliche Schwachstellen aufgedeckt und behoben werden können. Wichtig ist zudem die Gewöhnung an die Funktionsweise der Warnmittel. Maier: „Früher konnte jeder die Sirenentöne unterscheiden. Heute müssen wir wieder dahin kommen, dass ein Feueralarm nicht mit einer allgemeinen Gefahrenwarnung verwechselt wird. Und wir müssen das Bewusstsein schärfen, dass jeder auch selbst für seinen Eigenschutz verantwortlich ist.“

Der bundesweite Warntag findet seit 2020 regelmäßig jeweils am zweiten Donnerstag im September statt. Rückmeldungen der Bevölkerung sind ausdrücklich erwünscht – sie fließen in die Weiterentwicklung der Warnsysteme ein und tragen zur gemeinsamen Sicherheit bei.

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