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Digitalisierung im Altenburger Land: Mehr Onlinedienste, weniger Behördengänge |

(Foto: KI generiert)

Digitalisierung im Altenburger Land: Mehr Onlinedienste, weniger Behördengänge

Pressemitteilungen
09.06.2026, 15:48 Uhr
Von: Franziska Ducklaus, Öffentlichkeitsarbeit Landratsamt Altenburger Land
Digital, schnell, bürgernah: Das Landratsamt Altenburger Land baut seine Onlinedienste aus — von Kfz‑Anträgen bis zum E‑Bauantrag — und modernisiert parallel interne Abläufe wie die E‑Akte.

Landkreis Altenburger Land - Deutschland will digitaler, schneller und leistungsfähiger werden. Auch in Thüringen und im Altenburger Land schreitet die Digitalisierung kontinuierlich voran und gewinnt sowohl für die Bürgerinnen und Bürger als auch für die internen Verwaltungsabläufe des Landratsamtes an Bedeutung. Ziel ist es, Verwaltungsleistungen einfacher zugänglich zu machen, Bearbeitungszeiten zu verkürzen sowie Prozesse effizient, transparent und medienbruchfrei zu gestalten.

Smart‑State‑Strategie und Thüringen‑App
Der Freistaat Thüringen verfolgt mit der Smart‑State‑Strategie das Ziel, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft digital zukunftsfähig aufzustellen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Vernetzung digitaler Angebote und der nutzerorientierten Bereitstellung von Verwaltungsleistungen. Zudem arbeitet der Freistaat an der Einführung der Thüringen‑App, die Bürgerinnen und Bürgern künftig einen zentralen, mobilen Zugang zu Verwaltungsleistungen, Informationen und persönlichen Anliegen ermöglichen soll – unabhängig von Zeit und Ort.

Angebot an Onlinediensten
Ein wesentlicher Bestandteil dieser Entwicklung ist der Ausbau des Angebots an Onlinediensten. Rechtsgrundlage ist unter anderem das Onlinezugangsgesetz (OZG), das das Landratsamt Altenburger Land verpflichtet, Verwaltungsleistungen zu digitalisieren und über Verwaltungsportale anzubieten. Über die Webseite des Landkreises können bereits zahlreiche Leistungen digital beantragt werden.

Zu den digitalen Antragsmöglichkeiten zählen unter anderem:

  • i‑Kfz (elektronische Fahrzeug‑ und Zulassungsdienste)
  • Fahrerkarte
  • BAföG
  • Elterngeld
  • Unterhaltsvorschuss
  • Schwerbehindertenausweis
  • Einbürgerung
  • mehrsprachige Antragsstrecken der Ausländerbehörde
  • Online‑Abfrage zum naturschutzrechtlichen Vorkaufsrecht
  • Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz
  • Online‑Terminbuchung

Online‑Terminbuchung
Die Online‑Terminbuchung macht Behördengänge planbarer und reduziert Wartezeiten. Derzeit steht sie für die stark nachgefragte Kfz‑Zulassung sowie die Fahrerlaubnisbehörde zur Verfügung; eine Ausweitung auf weitere Bereiche ist geplant.

Weitere Angebote
Das Onlinedienst‑Portfolio wächst kontinuierlich: Die Anbindung des Online‑Bauantrags ist auf der Zielgeraden, und der Onlinedienst Wohngeld steht kurz vor dem Start.

Zuständigkeitsfinder und 115
Auf Landesebene wurden Grundlagen geschaffen, die Kommunen zur Nachnutzung zur Verfügung stehen. Der Zuständigkeitsfinder erleichtert das Finden von Verwaltungsleistungen, zuständigen Stellen und gegebenenfalls verfügbaren Onlinediensten. Ergänzend ist das Bürgertelefon unter der Rufnummer 115 erreichbar.

Basiskomponenten und „Einer für Alle“ (EfA)
Weitere Basiskomponenten sind das Thüringer Antragssystem für Verwaltungsleistungen (ThAVEL), der Thüringer Formularservice sowie E‑Payment‑Basisfunktionalitäten (EPayBL). Das „Einer für Alle“‑Prinzip (EfA) sieht vor, digitale Verwaltungsleistungen einmal zu entwickeln und anderen Ländern und Kommunen über standardisierte Schnittstellen zur Verfügung zu stellen. Dadurch sollen Ressourcen gespart und Doppelentwicklungen vermieden werden.

Modernisierung interner Verwaltungsabläufe
Parallel zur Ausweitung der Onlineangebote wird die interne Verwaltung modernisiert. Ziel ist die Digitalisierung ganzer Prozessketten — nicht nur die Bereitstellung einzelner Onlinedienste, die anschließend wieder ausgedruckt und analog weiterbearbeitet werden. Zentral ist die schrittweise Einführung der elektronischen Akte (E‑Akte) und die Ablösung von Papierakten. Das erfordert die Anbindung von Onlineanträgen an vorhandene Fachverfahren, die Schaffung entsprechender Schnittstellen und die Digitalisierung des papiernen Posteingangs. Dieser komplexe Prozess führt zu besserer Nachvollziehbarkeit, vereinfacht die Zusammenarbeit zwischen Fachdiensten und beschleunigt Entscheidungsprozesse.

Bereits 2022 wurde der elektronische Rechnungsprozess im Landratsamt etabliert, der eine durchgängig elektronische Bearbeitung von Eingangsrechnungen — von der Einreichung bis zur Zahlungsfreigabe — ermöglicht. Aktuell laufen in verschiedenen Bereichen Projekte zur Einführung der E‑Akte. Die Kreisverwaltung setzt konsequent auf digitale Strukturen, um den Anforderungen an eine moderne, bürgerfreundliche Verwaltung gerecht zu werden.

Einsatz von Künstlicher Intelligenz
Zukünftig gewinnt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) an Bedeutung. Möglich sind etwa Unterstützung bei der Antragsstellung, automatisierte Vorprüfungen von Unterlagen oder intelligente Assistenzsysteme zur Verbesserung von Serviceangeboten. Ein verantwortungsvoller, transparenter und datenschutzkonformer Einsatz ist Voraussetzung.

Persönlicher Kontakt bleibt wichtig
Trotz fortschreitender Digitalisierung bleibt der persönliche Kontakt wichtig, da nicht alle Menschen digitale Angebote sicher nutzen können oder wollen. Bei schwierigen, sensiblen oder erklärungsbedürftigen Anliegen sind persönliche Beratung, Vertrauen und Erreichbarkeit vor Ort unerlässlich. Das Landratsamt wird weiterhin gut erreichbare analoge Zugänge für Verwaltungsangelegenheiten anbieten.

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