Altenburger Land. Der Arbeitsmarkt im Altenburger Land ist im Januar 2026 erwartungsgemäß unter Druck geraten. Zum Jahresbeginn waren 4.336 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 278 Personen mehr als im Dezember 2025 und 166 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg auf 9,9 Prozent und liegt damit 0,7 Prozentpunkte über dem Vormonat.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Altenburger Land folgt einem bekannten saisonalen Muster. Vor allem witterungsabhängige Branchen wie das Baugewerbe mussten ihre Tätigkeiten im Winter einstellen. Zusätzlich liefen zum Jahresende zahlreiche befristete Arbeitsverträge aus, insbesondere im Handel, in der Logistik und in der Gastronomie.
Auch landesweit zeigt sich dieses Bild. Laut Stefan Scholz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Thüringen Ost, reagiert der ostthüringische Arbeitsmarkt aktuell auf saisonale und konjunkturelle Unsicherheiten. Neueinstellungen würden von vielen Unternehmen zunächst zurückgestellt.
Von den insgesamt 4.336 Arbeitslosen im Altenburger Land wurden 68 Prozent durch das Jobcenter betreut.
Im Vergleich zum Dezember stieg die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Grundsicherung um 144 Personen.
Im Januar meldeten sich 769 Menschen neu arbeitslos, davon kamen 339 direkt aus einer Erwerbstätigkeit. Gleichzeitig beendeten 488 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 123 nahmen eine neue Beschäftigung auf.
Trotz steigender Arbeitslosenzahlen zeigt sich der Stellenmarkt im Altenburger Land weiterhin vergleichsweise stabil. 110 neue Arbeitsstellen wurden im Januar gemeldet – 30 mehr als vor einem Jahr.
Aktuell befinden sich 524 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur. Besonders gefragt sind Arbeitskräfte in folgenden Branchen:
Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich der Arbeitsmarkt im Altenburger Land mittelfristig wieder entspannen könnte, sobald die saisonalen Effekte nachlassen.
Positiv entwickelt sich die Situation in der Grundsicherung. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften sank im Vorjahresvergleich um 207 auf insgesamt 4.013 (-4,9 Prozent).
Auch die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldberechtigten ging zurück:
Im Januar 2026 betreute das Jobcenter 5.327 Personen, das sind 253 weniger als vor einem Jahr (-4,5 Prozent).
Kurzfristig ist im Altenburger Land noch keine Entlastung auf dem Arbeitsmarkt zu erwarten. Erfahrungsgemäß stabilisiert sich die Beschäftigungslage jedoch im Verlauf des Frühjahrs, wenn witterungsabhängige Branchen wieder Personal einstellen und Betriebe neue Aufträge annehmen.
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