Die Jusos Altenburger Land reagieren mit großer Sorge auf die kürzlich bekannt gewordenen Fälle von Verschandelungen mit Hakenkreuzen und dem Zeigen von Hitlergrüßen an Schulen im Altenburger Land. Dass solche nationalsozialistischen Symbole und Gesten zunehmend von Jugendlichen gezeigt werden, ist kein isoliertes Phänomen, sondern Ausdruck einer zunehmenden bewusst gesteuerten Verrohung der gesellschaftlichen Debatten.
Besonders erschreckend ist, wie früh junge Menschen mit rechtsextremer Symbolik in Berührung kommen und sie zunehmend unreflektiert übernehmen. Häufig fehlt ein ausreichendes Verständnis für die historische Bedeutung und die Verbrechen des Nationalsozialismus. Dies ist kein individuelles Versagen einzelner Schülerinnen und Schüler, sondern ein strukturelles Defizit politischer Bildung.
„Wenn Jugendliche Hakenkreuze schmieren oder den Hitlergruß zeigen, dann ist das die direkte Folge einer Gesellschaft, in der Enthemmung, Relativierung und rechte Hetze immer mehr Raum einnehmen. Politische Bildung wird dabei zu oft vernachlässigt oder als Randthema behandelt. Das rächt sich jetzt. Hinzu kommt, dass ein falsch verstandenes Neutralitäts- und Mäßigungsgebot Lehrkräfte oft verunsichert und sie daran hindert, demokratiefeindlichen Positionen klar zu widersprechen“, erklärt Max Bretzmann, Kreisvorsitzender der Jusos Altenburger Land.
Gleichzeitig erklären die Jusos Altenburger Land ihre ausdrückliche Solidarität mit den Lehrkräften, die diese Vorfälle ernst nehmen, melden und sich aktiv gegen Rechtsextremismus an ihren Schulen einsetzen. Viele Lehrerinnen und Lehrer leisten tagtäglich wichtige Demokratiearbeit, oft unter schwierigen Bedingungen und ohne ausreichenden Rückhalt.
„Die faschistische Bewegung denkt und handelt in Generationen. Ein besonderer Fokus lag schon immer auf der Indoktrinierung von Kindern und Jugendlichen. Eine wehrhafte Demokratie muss das erkennen und aufhören wegzuschauen. Es zeigt sich: Wenn sich eine Region wie Ostthüringen stark nach rechts bewegt, sind es wieder die Bildungsinstitutionen, die als eine der ersten angegriffen werden“, führt Bretzmann aus.
„Wir stehen solidarisch an der Seite der Lehrkräfte, die Haltung zeigen und nicht wegsehen. Umso fassungsloser macht mich, dass sie dabei häufig allein gelassen werden. Wer von Lehrkräften erwartet, gesellschaftliche Verrohung aufzufangen, muss sie dabei konsequent stärken“, so Bretzmann weiter.
Die Jusos Altenburger Land machen deutlich: Sanktionen sind notwendig, greifen aber zu kurz, wenn sie nicht von politischer Bildung, Prävention und ausreichender Unterstützung für Schulen begleitet werden.
Daher fordern die Jusos Altenburger Land:
Rechtsextreme Vorfälle an Schulen entstehen nicht im luftleeren Raum. Wer sie wirksam bekämpfen will, muss die gesellschaftlichen Ursachen benennen und entschlossen handeln.
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