Altenburg. Die Enttäuschung über die desolate Leistung der Altenburgerinnen im Spiel der MHV-Regionalliga gegen den TuS Leipzig-Mockau stand den Fans ins Gesicht geschrieben – wohl auch der Mannschaft selbst. Dabei hatten viele auf den ersten Saisonsieg gehofft. Unter einem günstigen Stern stand die Begegnung im Goldenen Pflug allerdings nicht: Neben Torfrau Gina Perkowski standen auch Lena Lindemann und Nancy Beine, die beide mit Verletzungen zu kämpfen haben, nicht zur Verfügung.
Trainer Ronny Bärbig griff in die Trickkiste und holte Claudia Voigt und Franziska Bärbig zurück ins Team. Beide langjährigen Stammspielerinnen mit Torinstinkt waren nach Saisonende 2025/26 aus ihrer aktiven Laufbahn verabschiedet worden und sollten einige der entstandenen Lücken schließen. Das gelang zumindest teilweise. Fehlende Spielpraxis lässt sich in einer Regionalliga jedoch nicht einfach ersetzen. Ronny Bärbig versuchte, aus der Not eine Tugend zu machen.
Das Fehlen der Stammtorhüterin Gina Perkowski erwies sich jedoch als nicht zu kompensieren. Die erfahrene Keeperin gibt ihren Vorderleuten stets Rückhalt. Sophie Lichtenstein und Nina Hoffmann konnten diese Lücke nicht füllen; beide waren für die anspruchsvolle Liga noch zu unerfahren. So wurde das Spiel für die Moggau Girls zumindest in der ersten Halbzeit zu einem „Tag der offenen Tür“ – oder besser gesagt: zu einem offenen Tor. Die Leipzigerinnen nutzten das weidlich aus.
Das für den TuS verantwortliche Trio aus Trainerin Urbannek und den Betreuern Hille und Hahn ging die Partie energisch an und setzte mit schnellen Angriffen platzierte Würfe aufs Gastgebertor. In der 11. Minute lagen die Moggau Girls mit vier Toren vorn (6:2). Das veranlasste Coach Bärbig zu seiner ersten Auszeit. Franziska Bärbig (Siebenmeter, 2. Minute) und Leni Kröber (10. Minute) waren bis dahin die einzigen erfolgreichen Werferinnen für Aufbau.
Paula Büttner traf anschließend dreimal (13., 15. und 21. Minute). Kurz zuvor, in der 19. Minute, hatte es eine weitere Auszeit für Altenburg gegeben. Inzwischen trafen auch Vivien Klöppel und Anne Erler, doch das reichte nicht, um dem Torrausch der Gäste entscheidend etwas entgegenzusetzen. Vier Sekunden vor der Halbzeitpause stellten die Gäste mit dem 22:9 bereits die Weichen auf Sieg. Einen Rückstand von 13 Toren in der zweiten Halbzeit aufzuholen, war kaum machbar. Die Fans hofften zumindest auf eine Verbesserung des Ergebnisses in den verbleibenden 30 Minuten.
Doch Leipzigs Anja Ressel und Anne Friederich, die jeweils acht Tore erzielten, waren nicht zu bremsen. Mit Annabell Allstedt (sieben Tore) und Jessica Rutsch (sechs Tore) hatten die Moggau Girls weitere treffsichere Spielerinnen in ihren Reihen. Leni Kröber traf von links, Laura Moosdorf verwandelte ihre Strafwürfe sicher (3 von 3). Auch Vivien Klöppel, Paula Büttner, Franziska Bärbig, Claudia Voigt und Anne Erler trafen im weiteren Spielverlauf. So konnten die Altenburgerinnen den Rückstand zumindest halten, näher kamen sie aber nicht heran. Die Gästespielerinnen platzierten ihre Abschlüsse zu genau.
Claudia Voigt erzielte 24 Sekunden vor der Sirene den 23. Treffer für die Gastgeberinnen und hielt damit zumindest die Tordifferenz von 13 Treffern aufrecht. Das 23:36 war sicher ein wenig zu deutlich. Im Tor der Moggau Girls standen mit Luise Kriesel und Sarah Eichhorn allerdings auch zwei starke Torhüterinnen.
Am Samstag, 31. Oktober, reisen die Aufbau-Frauen zum VfL Meißen. Anpfiff ist um 17:00 Uhr. Eine weitere schwierige Aufgabe wartet auf die Schützlinge von Bärbig und Rohr: Die Elbehexen haben in ihren bislang sechs Begegnungen fünf Siege und eine Niederlage erzielt. Mit 10:2 Punkten und 187:153 Toren liegen sie hinter SV Union Halle-Neustadt II und SC Markranstädt auf Tabellenplatz drei.
Das Schiedsrichterduo Norbert Ban und Jörg Heinemann hatte es in der sportlich fair geführten Partie leicht.
Tore für SV Aufbau Altenburg: Klöppel und Büttner je 6, Erler und Moosdorf je 3, Voigt und Bärbig je 2, Kröber 1.
Tore für TuS Leipzig-Mockau: Ressel und Friederich je 8, Allstedt 7, Rutsch 6, Thiemann 3, Broghammer, Leicht, Kietz und Kreibisch je 1.
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