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Dämmung am Haus: Diese vier Mythen halten sich hartnäckig | Verbraucherzentrale Thüringen - Energieberatung

Verbraucherzentrale Thüringen - Energieberatung (Foto: Ronny Franke)

Dämmung am Haus: Diese vier Mythen halten sich hartnäckig

Ratgeber Pressemitteilungen
24.04.2026, 15:31 Uhr
Von: Verbraucherzentrale Thüringen e.V.
Das stimmt wirklich in puncto Kosten, Schimmel und Brandschutz

Wer sein Haus energetisch modernisieren will, stößt schnell auf widersprüchliche Aussagen zum Thema Wärmedämmung. Lohnt sich das überhaupt? Entsteht dadurch Schimmel? Und was ist mit dem Brandschutz? Die Verbraucherzentrale Thüringen klärt über die verbreitetsten Dämm-Irrtümer auf.

Die Energiekosten steigen und Hausbesitzer:innen denken verstärkt über die energetische Sanierung ihres Eigenheims nach. Die Dämmung von Dach und Fassade ist dabei eine der wirksamsten Maßnahmen, um den Energieverbrauch spürbar zu senken. Wenn sowieso Sanierungsmaßnahmen geplant sind, ist eine Wärmedämmung wirtschaftlich sinnvoll. Dennoch halten sich rund um das Thema einige Mythen hartnäckig.

Irrtum 1: Dämmung ist zu teuer und rechnet sich finanziell kaum

Das stimmt so nicht. Bei ungedämmten Außenwänden zahlt sich eine nachträgliche Dämmung in der Regel aus. Wird ein Ziegelmauerwerk beispielsweise mit einer 16 Zentimeter starken Dämmschicht versehen, haben sich die Kosten oft schon nach weniger als 15 Jahren amortisiert. Eine entsprechend gedämmte Außenwand lässt nur noch etwa zehn bis 20 Prozent der ursprünglichen Energiemenge nach außen entweichen – das senkt die Heizkosten deutlich.

Ähnlich verhält es sich bei einem zuvor ungedämmten Dach: Die Investition rechnet sich oft etwas langsamer, lohnt sich aber in vielen Fällen ebenfalls. Ein zusätzlicher Pluspunkt: Durch die energetische Aufwertung von Dach oder Fassade steigt oft auch der Wert der Immobilie.

Irrtum 2: Dämmmaterial ist Sondermüll

Diese Aussage ist überholt. Die heute häufig eingesetzten Hartschaumplatten aus Polystyrol sind EPS (expandiertes Polystyrol) und XPS (extrudierter Polystyrol-Hartschaum). In der Vergangenheit enthielten solche Dämmstoffe ein als kritisch eingestuftes Flammschutzmittel. Deshalb müssen Materialien, die vor 2016 verbaut wurden, heute getrennt entsorgt werden.

Seit 2016 dürfen diese Stoffe in Deutschland jedoch nicht mehr verkauft oder verbaut werden. Andere Dämmmaterialien – etwa Mineralwolle oder natürliche Dämmstoffe – gelten als unproblematisch und sind von der Sondermülldebatte nicht betroffen.

Irrtum 3: Gedämmte Wände sind nicht luftdurchlässig genug

Häufig wird angenommen, dass eine Dämmschicht die Luftfeuchtigkeit im Innenraum einschließt und dadurch Schimmel begünstigt. Tatsächlich ist der Anteil der Feuchtigkeit, der über die Fassade nach außen entweicht, mit rund zwei Prozent sehr gering. Es muss also grundsätzlich ausreichend und regelmäßig gelüftet werden, um Schimmel zu vermeiden.

Eine fachgerecht ausgeführte Dämmung kann die Schimmelgefahr sogar verringern: Gedämmte Außenwände sind auf der Innenseite im Winter wärmer als ungedämmte Flächen. Dadurch schlägt sich weniger Feuchtigkeit nieder – Schimmel entsteht seltener. Auch innerhalb der Wandkonstruktion führt eine korrekt angebrachte Dämmung nicht zu Feuchteproblemen. Selbst bei Polystyrol-Dämmstoffen bleibt die Wand diffusionsoffen, sodass Feuchtigkeit weiterhin nach außen abgegeben werden kann.

Probleme können allerdings entstehen, wenn bei der Ausführung Fehler gemacht werden – etwa durch eine zu dichte Abdichtung auf der Außenseite, beispielsweise mit einem ungeeigneten Putz. Wird die Dämmung hingegen fachgerecht umgesetzt, sinkt das Risiko von Schimmel insgesamt.

Irrtum 4: Dämmung erhöht das Brandrisiko

Dieser Irrtum bezieht sich vor allem auf Hartschaumplatten aus EPS, einen der am häufigsten verwendeten Dämmstoffe im Gebäudebereich. Wird dieser Bestandteil eines Wärmedämmverbundsystems fachgerecht verarbeitet, ist er durch mehrere Putzschichten geschützt. Das Brandrisiko unterscheidet sich dann nicht von dem einer ungedämmten Fassade.

Die wenigen Fälle, in denen sich Brände schneller ausbreiten, sind meist auf Mängel am Wärmedämmverbundsystem zurückzuführen. Dazu zählen etwa eine unsachgemäße Befestigung, beschädigte Dämmstoffe oder fehlerhaft ausgeführte Putzschichten.

Weitere Fragen zum Thema Sanierung beantwortet die Energieberatung der Verbraucherzentrale Thüringen. Termine können unter Tel. 0800 809 802 400 vereinbart werden.

Tipp: Online-Vortrag „Energetische Sanierung Schritt für Schritt“ am 27. April 2026, 15:00-16:30 Uhr

 

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Dank einer Kooperation mit dem Thüringer Umweltministerium und der Landesenergieagentur ThEGA sind in Thüringen auch die Vor-Ort-Termine bei den Ratsuchenden zu Hause kostenfrei.

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