Wohneigentumsquote von 41,1 Prozent: 19.300 mal die eigenen vier Wände im Altenburger Land - ABG-Net.de
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Wohneigentumsquote von 41,1 Prozent: 19.300 mal die eigenen vier Wände im Altenburger Land | Geld ins Haus stecken: Damit auch Durchschnittsverdiener im Altenburger Land sich wieder ein Haus oder eine Eigentumswohnung leisten können, soll der Bund eine „Haus-Förderung“ schaffen. Das fordern Branchenverbände. Da beim Wohneigentum die Miete wegfalle, rentierten sich die eigenen vier Wände im Alter: als eine „bewohnbare Rente“ – als ein Stück „Rente in Stein“.

Geld ins Haus stecken: Damit auch Durchschnittsverdiener im Altenburger Land sich wieder ein Haus oder eine Eigentumswohnung leisten können, soll der Bund eine „Haus-Förderung“ schaffen. Das fordern Branchenverbände. Da beim Wohneigentum die Miete wegfalle, rentierten sich die eigenen vier Wände im Alter: als eine „bewohnbare Rente“ – als ein Stück „Rente in Stein“. (Foto: Nils Hillebrand)

Wohneigentumsquote von 41,1 Prozent: 19.300 mal die eigenen vier Wände im Altenburger Land

Pressemitteilungen
19.02.2026, 10:47 Uhr
Von: Pestel-Institut
Pestel-Institut legt Untersuchung zum Wohneigentum für das Altenburger Land vor

Wohnen in den eigenen vier Wänden: Vom Einfamilienhaus bis zur Eigentumswohnung – im Landkreis Altenburger Land gibt es rund 19.300 Wohnungen, für die keine Miete bezahlt werden muss. Denn ihre Eigentümer nutzen sie selbst. 16 Prozent davon leben in einer Eigentumswohnung. Das geht aus einer regionalen Wohnungsmarkt-Analyse hervor, die das Pestel-Institut im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) durchgeführt hat.

Die Wissenschaftler ermittelten für den Landkreis Altenburger Land eine Wohneigentumsquote von 41,1 Prozent. Zum Vergleich: Bundesweit liegt die Quote bei 43,5 Prozent. „Damit ist Deutschland ein ‚Mieterland‘ und landet beim Ranking zum Wohneigentum im Europa-Vergleich nur auf dem vorletzten Platz“, sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut.

„Die eigenen vier Wände rangieren bei den Menschen zwar immer noch ganz oben auf der Wunschliste. Aber gerade die 25- bis 40-Jährigen können sich immer seltener ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung leisten“, betont Matthias Günther. Rund 11.800 Menschen dieser Altersgruppe leben nach Angaben des Pestel-Instituts aktuell im Landkreis Altenburger Land. Immer mehr von ihnen sind allerdings gezwungen, dauerhaft zur Miete zu wohnen. „Dabei gehören gerade Jobstarter und Familiengründer zur typischen Klientel für Wohnungskauf und Hausbau. Aber die ‚Nestbauer-Generation‘ ist längst zur Verlierer-Generation beim Wohneigentum geworden“, fährt Matthias Günther fort.

Wissenschaftliche Begleitung
Forschungsschwerpunkt: Regional-Analysen zu Wohnungsmärkten und zum Wohnungsbau
www.bdb-bfh.de

Es fehle an staatlicher Unterstützung, kritisiert der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel: „Der Bund hat zuletzt die Eigenheimzulage und dann das Baukindergeld abgeschafft – und damit die effektive Förderung von Wohneigentum faktisch eingestellt“, sagt BDB-Verbandspräsidentin Katharina Metzger.

Metzger fordert die Bundesregierung auf, schnell ein Programm für Wohneigentum – eine „Hausförderung“ – in die Wege zu leiten: „Notwendig sind direkte Zuschüsse. Geld vom Bund also, das auch Durchschnittsverdienern im Altenburger Land die Chance auf die eigenen vier Wände ermöglicht: Ein Startkapital für das erste selbstgenutzte Wohneigentum.“ Außerdem sei ein Niedrigzinsprogramm notwendig.

Wer Wohneigentum anschaffen wolle, müsse in die Lage versetzt werden, dies auch mit nur wenig Eigenkapital zu schaffen. „Das bedeutet dann aber auch, den Gürtel enger zu schnallen. Von Urlaubsreisen bis zum Autokauf: Wer Wohneigentum will, muss über viele Jahre erhebliche Abstriche machen, lebt dann aber auch für Jahrzehnte in den eigenen vier Wänden und zahlt keine Miete mehr“, so Katharina Metzger.

Wichtig sei, dass die Förderung des Bundes für die „Chance auf Wohnen im Eigentum“ kein „kompliziertes Bürokratiemonster“ werden dürfe. Dabei ziehen der Baustoff-Fachhandel und der Dachverband der Mauerstein-Industrie an einem Strang: Das Startkapital des Staates müsse ebenso wie zinsgünstiges Baugeld schnell und einfach bereitgestellt werden, sagt Hannes Zapf, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM).

Zapf fordert außerdem, dass der Bund seine Unterstützung für Wohneigentum langfristig garantieren müsse. „Es muss eine Marathon- und darf keine Sprint-Förderung geben. Wer sich heute entscheidet, Geld für ein Haus oder eine Eigentumswohnung zu sparen, muss sich auch in drei, fünf oder sieben Jahren noch darauf verlassen können, dass die Förderung als feste Zusage des Staates steht“, betont Hannes Zapf.

An die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD aus dem Landkreis Altenburger Land und ganz Thüringen appelliert die Präsidentin des Baustoff-Fachhandels, Katharina Metzger, Wort zu halten: „Im Koalitionsvertrag steht klipp und klar, dass Wohneigentum gefördert werden soll. Aber wann, wenn nicht jetzt?“. Passiert nichts, geht die Hängepartie weiter: „Alle warten auf Unterstützung vom Bund. Solange diese nicht kommt, liegt der Traum von den eigenen vier Wänden weiterhin auf Eis“, so Metzger.

**Immerhin ist das Wohneigentum auch für das Alter wichtig: „Als bewohnbare Rente – als ein Stück ‚Rente in Stein‘ nämlich“, macht Hannes Zapf deutlich. Das beste Beispiel dafür sind die geburtenstarken Jahrgänge: „Die Baby-Boomer gehen jetzt nach und nach in Rente. Damit haben sie deutlich weniger Geld im Portemonnaie. Die Miete bleibt aber oder steigt sogar. Die Folge: Immer mehr Neu-Rentner können sich ihre bisherige Wohnung nicht mehr leisten – sie wohnen sich arm“, sagt Matthias Günther. Für den Chef-Ökonomen des Pestel-Instituts ist die „Wohnarmut im Alter vor allem eine Mieterarmut“. Wer Wohneigentum hat, kommt finanziell im Alter „deutlich besser über die Runden“.

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