Altenburg | Lohma - Die Streuobstwiesen, einst prägend für das Landschaftsbild und die Ernährung der Bevölkerung, sind in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Dank wachsendem Umweltbewusstsein und Schutzinitiativen erfährt dieser wertvolle Lebensraum jedoch eine Trendwende.
Streuobstwiesen sind nachhaltige Biotope und bieten Lebensraum für fast 5.000 Tier- und Pflanzenarten. Jens Lindner von der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises betont ihren ökologischen Wert: „Diese Wiesen zu erhalten oder wiederzubeleben ist von unschätzbarem Wert.“
Im Altenburger Land existieren aktuell 250 sehr alte Streuobstwiesen. Die größte befindet sich in Lohma und erstreckt sich über sechs Hektar. Hier wachsen seit über einem halben Jahrhundert ca. 600 hochstämmige Apfelsorten wie Roter Mond, Boskoop, Weißer Klarapfel und Geflammter Kardinal.
Die Wiese, die von dem Agrarunternehmen am Leinawald mit Rindern beweidet wird, erfährt nun eine Verjüngung. Aufgrund des Alters der Bäume sind viele Lücken entstanden, die schrittweise durch Neupflanzungen gefüllt werden. Diese Maßnahmen werden durch Ausgleichsmaßnahmen finanziert, die gemäß Bundesnaturschutzgesetz erforderlich sind, wenn Natur durch Bauprojekte beeinträchtigt wird.
Anfang Dezember gaben fünf an das Naturschutzgesetz gebundene Vorhabenträger den Startschuss zur Pflanzung von insgesamt 35 hochstämmigen Obstbäumen auf der Lohmaer Streuobstwiese. Unter ihnen war auch Angelo Antoniolli, Geschäftsführer des Altenburger Parkhotels, der beim Setzen des ersten Baumes Mitwirkung zeigte. Sein Eiscafé am Großen Teich erforderte Umweltanpassungen, die durch Unterstützung der Streuobstwiese ausgeglichen wurden.
Auch das Unternehmen Vantage Towers, das einen Funkmast in Kriebitzsch errichtet hat, unterstützt die Verjüngung der Wiese. Der Projektleiter, Marco Reißmann, nahm ebenfalls an der Pflanzaktion teil. Die Anpflanzung wird von der Firma 4K-Baumservice aus Langenleuba-Niederhain realisiert.
Jens Lindner stellt fest: „Streuobstwiesen gelten in unserer Region nach wie vor als stark gefährdet. Mit Maßnahmen, wie wir sie aktuell in Lohma umsetzen, haben sie eine Zukunft.“ Die Wiederbelebung dieser Wiesen ist sowohl für die Biodiversität als auch für das kulturelle Erbe der Region von entscheidender Bedeutung.
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