Das thüringenweit beliebte Ehrenamtsprogramm „Aktiv vor Ort“ kann ab diesem Dienstag wieder digital bei der Thüringer Ehrenamtsstiftung beantragt werden. Darauf hat der Abgeordnete Christoph Zippel für das Altenburger Land hingewiesen. Zusammen mit seiner CDU-Landtagsfraktion hatte Zippel das Programm maßgeblich durchgesetzt. „Ehrenamtliche sind der Kitt unserer Gesellschaft, sie stärken die Gemeinschaft und den Zusammenhalt, das spüren wir hier vor Ort jeden Tag. Dieser Einsatz für die Gemeinschaft ist nicht wegzudenken und verdient Anerkennung und finanzielle Unterstützung“, sagt der CDU-Mann.
Wie groß der Ansturm auf das Heimatprogramm ist, zeigen die Zahlen des abgelaufenen Jahres. In 2025 wurde mit einer Fördersumme von insgesamt 2,5 Millionen Euro eine neue Bestmarke erreicht. Thüringenweit konnten somit 998 Projekte unterstützt werden. Auch das Altenburger Land habe laut Zippel profitiert. Insgesamt 44 Vorhaben konnten hier umgesetzt werden. „Diese Zahlen sprechen für sich. Das Ehrenamt ist das Herzstück unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts – auch hier im Altenburger Land. Mit ‚Aktiv vor Ort‘ geben wir den Engagierten die Unterstützung, die sie für ihre wertvolle Arbeit brauchen“, erklärt Zippel.
Hintergrund ist die gezielte Stärkung des Ehrenamtes durch das Land Thüringen. Mit dem Thüringer Ehrenamtsgesetz wurden die finanziellen Mittel deutlich aufgestockt, um insbesondere Initiativen im ländlichen Raum besser zu fördern. Erstmals wurde das gesamte Verfahren – von der Antragstellung bis zur Bewilligung – vollständig digital über das neue Förderportal der Thüringer Ehrenamtsstiftung abgewickelt. Die Zahl der eingereichten Anträge stieg dabei von 613 im Vorjahr auf 1.519 – ein Zuwachs von 148 Prozent. Gefördert werden Vereine, Initiativen und gemeinwohlorientierte Projekte unter anderem in den Bereichen Heimat- und Brauchtumspflege, Kinder- und Jugendarbeit, Seniorenarbeit, Kultur, Umwelt- und Denkmalschutz sowie bei Bürgerprojekten.
„Die enorme Nachfrage zeigt, wie groß der Bedarf an unkomplizierter Unterstützung direkt vor Ort ist. Als CDU-Fraktion stehen wir klar an der Seite der Ehrenamtlichen. Ohne ihren Einsatz wäre das gesellschaftliche Leben im Altenburger Land nicht denkbar. Die Rekordbilanz von ‚Aktiv vor Ort‘ ist ein starkes Signal der Anerkennung und Wertschätzung“, betont Zippel abschließend.
Hinweis: Beantragung über die Thüringer Ehrenamtsstiftung unter www.thueringer-ehrenamtsstiftung.de/aktiv-vor-ort.
Kommentare
Doch bei aller berechtigten Anerkennung darf man die wirtschaftliche Realität unserer Region nicht ausblenden. Das Altenburger Land rangiert seit Jahren bundesweit auf den hintersten Plätzen – teilweise um Rang 399 von über 400 Landkreisen. Hohe Arbeitslosigkeit, geringe Löhne, Abwanderung junger Fachkräfte und die Entwicklung zur Pendlerregion sind Fakten, die man nicht mit Förderstatistiken überdecken kann.
Wenn politische Vertreter Rekordzahlen bei Ehrenamtsprojekten feiern, während gleichzeitig sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze fehlen, wirkt das aus meiner Sicht wie eine Verschiebung der Prioritäten. Ehrenamt stärkt das Miteinander – aber es ersetzt keine Industrieansiedlung, keinen Mittelständler und keinen zukunftsfähigen IT- oder Handwerksbetrieb.
Unsere Region braucht echte Strukturpolitik: Investitionen, Unternehmensansiedlungen, bessere Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Fachkräfte. Nur so entstehen Perspektiven, die Menschen hier halten.
Ehrenamt verdient Anerkennung.
Aber Arbeitsplätze verdienen höchste Priorität.