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Denkmalschutzpreis für Erhalt der Langengasse 13 vergeben | Denkmalschutzpreis: Reiner Selent und André Neumann.

Denkmalschutzpreis: Reiner Selent und André Neumann. (Foto: Franziska Ebert)

Denkmalschutzpreis für Erhalt der Langengasse 13 vergeben

Kunst, Kultur & Freizeit Pressemitteilungen Zeitgeschehen
16.09.2026, 08:11 Uhr
Von: Stadtverwaltung Altenburg
Bei der Eröffnung des Tags des offenen Denkmals in Altenburg wurden mehrere Auszeichnungen vergeben. Der Denkmalschutzpreis ging an die Eigentümer der Langengasse 13.

Ehepaar Schwermer-Selent und Selent für vorbildliche Sanierung ausgezeichnet

Die mit rund 500 Gästen gefüllte Brüderkirche war erneut Schauplatz der gemeinsamen Eröffnungsveranstaltung der Stadt Altenburg und des Landkreises Altenburger Land zum Tag des offenen Denkmals. Im Mittelpunkt standen die feierliche Vergabe des städtischen Denkmalschutzpreises sowie weitere Auszeichnungen für besonderes Engagement in der Denkmalpflege.

Eine fachkundige Jury hatte einstimmig entschieden, den nach dem barocken Altenburger Ratsbaumeister Johann-Georg Hellbrunn benannten Denkmalschutzpreis an Dagmar Schwermer-Selent und Reiner Selent zu vergeben. Das Ehepaar wurde für die vorbildliche Erhaltung, Pflege und Instandsetzung des Kulturdenkmals Langengasse 13 ausgezeichnet.

Das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro wurde auch in diesem Jahr von der Energie- und Wasserversorgung Altenburg GmbH (Ewa) zur Verfügung gestellt.

Die Eheleute haben das etwa 190 Jahre alte Gebäude innerhalb von 15 Jahren mit großer Ausdauer, viel Liebe zum Detail und erheblichem finanziellen Aufwand instandgesetzt und restauriert. Dabei bewahrten sie zahlreiche originale Ausstattungsdetails und Raumfassungen aus der Bauzeit sowie aus späteren Umbauphasen. So konnte der besondere historische Charakter und das repräsentative Erscheinungsbild des Kulturdenkmals erhalten werden.

Anerkennung für Rettung einer ehemaligen Umformstation

Eine Anerkennungsurkunde erhielten Heike und Mike Vollrath aus Altenburg für ihr Engagement zur Rettung, Sicherung und Erhaltung der ehemaligen Umformstation auf dem Grundstück Schillerstraße 26. Die Auszeichnung war mit einem Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro verbunden, das ebenfalls von der Ewa bereitgestellt wurde.

Die Ehrung passte zugleich zum diesjährigen Schwerpunktthema des Tags des offenen Denkmals: „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. Die ehemalige Umformstation gilt als wichtiges Zeugnis der technischen Entwicklung Altenburgs. Sie wurde 1927 zur Stromversorgung der damals in diesem Stadtbereich neu entstandenen Wohngebiete errichtet.

Dank des Engagements der Eheleute Vollrath ist die kleine Umformstation heute wieder ein Schmuckstück. Im kommenden Jahr kann sie ihren 100. Geburtstag feiern.

Anerkennungsurkunde für Leipziger Ingenieurbüro

Für eine vorbildliche Planungsleistung zur Erhaltung und Pflege der Kulturdenkmale Südstraße 1–39 und Käthe-Kollwitz-Straße 55–55b wurde die Ingenieurbüro Holger Döbelt GmbH & Co. KG aus Leipzig ausgezeichnet.

Das Unternehmen war 2020 mit der Erarbeitung eines Sanierungskonzepts sowie anschließend mit der Objekt- und Tragwerksplanung und der Bauausführung beauftragt worden. Ziel war eine denkmalgerechte Instandsetzung und Modernisierung der Wohngebäude mit insgesamt 90 Wohnungen.

Besonderes Augenmerk lag auf dem Erhalt der historischen Fassaden und Dächer, der Wiederherstellung der bauzeitlichen Fenster- und Türgestaltung sowie der Bewahrung der originalen Treppenhäuser einschließlich ihrer historischen Wandfassungen. Auch die Freiflächen und Stellplätze wurden behutsam weiterentwickelt.

Gleichzeitig entstanden durch partielle Umbauten, vorgestellte Balkonanlagen und die Modernisierung der technischen Gebäudeausrüstung zeitgemäße Wohnbedingungen. Zwischen 2022 und 2026 wurden insgesamt 90 Wohnungen mit rund 5.800 Quadratmetern Wohnfläche saniert. Zum Vorhaben gehörten außerdem rund 18.000 Quadratmeter Grundstücksfläche, 23 Hauseingänge und Treppenhäuser in fünf unterschiedlichen Gebäudetypen.

Darüber hinaus wurden 94 Pkw-Stellplätze, 90 Fahrradstellplätze und ein Spielplatz für die gesamte Wohnanlage geschaffen. Inzwischen sind alle 90 Wohnungen vermietet.

Mit der denkmalgerechten Sanierungsplanung leistete das Ingenieurbüro einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung eines bedeutenden Zeugnisses des sozialen Wohnungsbaus der 1930er Jahre. Gleichzeitig entstand ein attraktiver und zentrumsnaher Wohnstandort in Altenburg.

Die Vergabe des Johann-Georg-Hellbrunn-Preises und der Anerkennungsurkunden erfolgte durch Altenburgs Oberbürgermeister André Neumann.

Ehrenurkunden des Landkreises verliehen

Landrat Uwe Melzer übergab außerdem zwei Ehrenurkunden des Landkreises für herausragendes bürgerschaftliches Engagement in der Denkmalpflege.

Ausgezeichnet wurden:

  • der Architekt Jan Godts für die Erhaltung des denkmalgeschützten Anwesens Mühle Schelchwitz,
  • Professorin Louise Walleneit für ihr Projekt Kunsthof Niederarnsdorf.

Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte das Philharmonische Orchester des Theaters Altenburg-Gera unter der Leitung des neuen Kapellmeisters Christopher Vazan.

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