Ein harmloser Schulhofstreit unter Kindern eskaliert zur komödiantischen Abrechnung: Am Freitag, den 15. Mai um 19:30 Uhr, zeigt das Theater Altenburg Gera Yasmina Rezas Welterfolg „Der Gott des Gemetzels“ im Heizhaus Altenburg.
In der Inszenierung von Felix Wolfgang Metzner treffen zwei Elternpaare zur friedlichen Schlichtung zusammen, nachdem ein Sohn dem anderen zwei Zähne ausgeschlagen hat. Doch die bürgerliche Fassade aus Vernunft und Anstand bröckelt schnell. Was als höfliche Aussprache beginnt, schlägt in einen gnadenlosen Schlagabtausch aus schwarzem Humor, verletzten Eitelkeiten und entlarvenden Wahrheiten um
Die Magie der Nacht und die Träume und Geheimnisse der späten Stunden – all das steht im Zentrum der Inszenierung des Kinder- und Jugendballetts des Theaters Altenburg Gera. Unter dem Titel „Die blaue Stunde – Ein Tanzabend zur Nacht“ entfalten die Nachwuchstänzer:innen am Samstag den 16. Mai und am Sonntag, den 17. Mai jeweils um 15:00 Uhr im Theaterzelt Altenburg einen Ballettabend, der das Publikum in eine geheimnisvolle Welt zwischen Tag und Nacht entführt.
Mit Choreografien von Claudia Kupsch, Dagmar Stollberg und Myriam Lindig wird das facettenreiche Wechselspiel zwischen Licht und Dunkelheit, Traum und Wirklichkeit tänzerisch zum Leben erweckt.
Infos und Karten in den Theaterkassen, telefonisch unter 0365 8279105 (Gera) bzw. 03447 585160 (Altenburg) sowie online unter www.theater-altenburg-gera.de
Das Internationale BallettFestival Gera26 ist bereits in vollem Gange. Wer tiefer in die faszinierende Geschichte des Geraer Tanzwunders eintauchen möchte, sollte einen Besuch in der Orangerie einplanen. Die Ausstellung „Bravo, Gera! 100 Jahre tänzerischer Aufbruch“ hat von 11:00 bis 17:00 Uhr ihre Türen geöffnet.
Die Schau zeigt eindrucksvoll, wie die junge Choreografin Yvonne Georgi vor genau einem Jahrhundert die Tanzkunst in Gera revolutionierte und damit den Grundstein für die heutige Sparte am Theater Altenburg Gera legte. Anhand von Originaldokumenten und Fotografien wird die Aufbruchstimmung der 1920er Jahre wieder lebendig – ein idealer Begleiter zu den hochkarätigen Festival-Aufführungen auf den Bühnen des Theaters.
Nach erfolgreichen Gastspielen in mehreren deutschen Städten ist das Bundejugendballett John Neumeier mit der Inszenierung „Die Unsichtbaren“ für zwei Vorstellungen am Mittwoch, den 13. Mai um 19:30 Uhr und am Donnerstag, den 14. Mai um 14:30 Uhr jeweils im Großen Haus des Theaters Gera zu erleben. Die Tanz-Collage widmet sich den Künstlerinnen und Künstlern des modernen Ausdruckstanzes der 1920er Jahre und zeigt zugleich deren Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung während der Zeit des Nationalsozialismus. Die Inszenierung verbindet Tanz, Schauspiel und Musik und spannt den Bogen von den künstlerischen Aufbrüchen der 1920er Jahre bis in die Gegenwart.
Der international bekannte Choreograf John Neumeier wird am Mittwoch, den 20. Mai im Theater selbst die Aufführung seines Werkes beiwohnen. Er zählt zu den bedeutendsten Choreografen der Gegenwart. Er schuf mehr als 170 Werke, leitete über fünf Jahrzehnte das Hamburg Ballett und prägte den internationalen Tanz nachhaltig.
Im Rahmen des Internationalen BallettFestivals Gera26 lädt das Theater Altenburg Gera in Kooperation mit dem Metropol Kino am Donnerstag, den 14. Mai um 19:30 Uhr, zu einem besonderen Filmabend ein. Gezeigt wird die Dokumentation „Alexander von Swaine – Ein Faun unter Menschen“ von Felix von Boehm und Ralf Stabel. Der Film begibt sich auf eine spannende Spurensuche nach einem der profiliertesten deutschen Tänzer der 1930er bis 1950er Jahre. Obwohl Alexander von Swaine (1905–1990) einst weltweit gefeiert wurde, ist er heute nahezu vergessen. Im Anschluss an die Vorführung bietet sich die Gelegenheit zum Austausch: Der Autor Prof. Dr. Ralf Stabel wird persönlich anwesend sein, um in einer Gesprächsrunde über die Vergänglichkeit und das Vergessen in Kunst und Gesellschaft zu diskutieren.
Was, wenn der Kasper plötzlich die Nase voll hat? In Marc Beckers scharfzüngigem Stück „Kasper in Teufels Küche oder Das Geheimnis der schlechten Laune“, am Freitag, den 15. Mai um 19:30 Uhr im Puppentheater Gera, verliert der sonst unermüdliche Spaßmacher durch einen teuflischen Zaubertrank die Lust am Leben. Er zweifelt an allem – am ewigen Heldentum, an Seppel, an Gretel und sogar an Großmutters Pfannkuchen. Sein Grübeln steckt das ganze Kaspertheater an, bis nichts mehr ist, wie es war. Ein Pakt mit dem Teufel scheint der letzte Ausweg. Mit schwarzem Humor und absurden Wendungen hinterfragt dieses Kaspertheater für Erwachsene alte Rollenbilder und Konventionen.
Das „BallettFestival Gera26“ lädt am Freitag, den 15. Mai um 19:30 Uhr, zu einem besonderen Highlight in das Große Haus Gera ein. Gezeigt wird der Spielfilm „CRANKO“, ein bewegendes Porträt über den Ausnahme-Choreografen John Cranko, der mit seiner Leidenschaft das Ballett in Deutschland revolutionierte. In der Titelrolle ist der bekannte Schauspieler Sam Riley zu sehen. Das Besondere an diesem Film-Abend: Regisseur Joachim A. Lang und Produzent Till Derenberg stellen ihr Werk persönlich vor. Begleitet werden sie von Reid Anderson, dem langjährigen Intendanten des Stuttgarter Balletts und engem Berater der Produktion, sowie einer Delegation der Darsteller:innen. Für das Publikum bietet sich die seltene Gelegenheit, aus erster Hand mehr über die Entstehung dieser berührenden Biografie zu erfahren. Im Anschluss an die Filmvorführung findet ein Get-together im Chorsaal des Theaters statt, bei dem das Publikum gemeinsam mit den Filmschaffenden den Abend ausklingen lassen kann.
Das „BallettFestival Gera26“ steuert auf seinen glanzvollen Höhepunkt zu: Am Samstag, den 16. Mai um 19:30 Uhr, findet im Großen Haus Gera die große Festival-Gala unter dem Titel „Aufbruch!“ statt. Für diesen besonderen Abend konnte das Thüringer Staatsballett international gefeierte Ballettstars gewinnen, die als Gäste auf der Bühne stehen werden. Die Gala verspricht ein tänzerisches Ereignis auf Weltniveau und bildet das Herzstück des internationalen Festivals. Tanzbegeisterte können sich auf ein hochkarätiges Programm freuen, das die Vielfalt des modernen und klassischen Balletts vereint. Im Anschluss an die Veranstaltung kann das Publikum gemeinsam mit den Tänzer:innen im Chorsaal des Theaters die Nacht einläuten.
Ein besonderer Moment der Theatergeschichte erwartet das Publikum am Sonntag, den 17. Mai um 11:00 Uhr in der Bühne am Park. Unter dem Titel „Glück, Tod und Traum“ kehrt die Choreografin Yvonne Georgi nach 100 Jahren symbolisch an ihre Wirkungsstätte in Gera zurück.
In einem spartenübergreifenden Projekt lassen das Thüringer Staatsballett, das Philharmonische Orchester Altenburg Gera unter Hendrik Schnöke sowie Schauspieldirektor Manuel Kressin Georgis einzigartige Handschrift wiederaufleben. Der Augsburger Choreograf Fernando Ricardo hat das Werk rekonstruiert. Zu der Original-Choreografie und der Musik von Gottfried von Einem bietet die Produktion einen authentischen Blick auf den tänzerischen Aufbruch der 1920er Jahre.
Yvonne Georgi, die ab 1925 die Tanzgruppe in Gera leitete, prägte die Sparte entscheidend. Mit diesem Kammermusik-Literatur-Tanzprojekt wird ihr wegweisendes Schaffen im Rahmen des BallettFestivals Gera26 für die Zuschauer von heute unmittelbar erlebbar.
Für kleine Märchenfreunde ab vier Jahren stattet „Schneewittchen“ dem Puppentheater Gera einen Besuch ab. Das Stück, gespielt von der Puppenspielerin Steffi König und dem Puppenspieler Tobias Weißhaupt, ist am Sonntag, den 17. Mai um 16:00 Uhr zu erleben.
Während Yvonne Georgi den Tanz in Gera prägte, steht John Cranko wie kein Zweiter für den Ballettaufbruch im Westdeutschland der Nachkriegszeit. Am Sonntag, den 17. Mai um 17:00 Uhr, beleuchtet ein besonderes Forum in der Bühne am Park Gera das Leben und Wirken dieses Ausnahme-Choreografen. Als Gast wird Reid Anderson erwartet, der Cranko als einer seiner engsten Weggefährten und langjähriger Intendant des Stuttgarter Balletts wie kaum ein anderer kannte. Anderson, für den Cranko ein persönlicher „Life-Changer“ war, betreut heute das kostbare Erbe des Künstlers. In einem sehr persönlichen Gespräch berichtet er über die Ära des „Stuttgarter Ballettwunders“ und eine Generation von Choreografen wie John Neumeier oder Jiří Kilián, die von Cranko maßgeblich beeinflusst wurden. Das Publikum darf sich auf einen Nachmittag voller Insider-Geschichten über eine der prägendsten Persönlichkeiten der internationalen Tanzgeschichte freuen.
Das Thüringer Staatsballett lädt am Sonntag, den 17. Mai um 19:30 Uhr zu einer faszinierenden Zeitreise durch die Moderne. Mit „Jeu de Cartes“ zu Igor Strawinskys Ballettmusik kehrt eine tänzerische Pokerpartie auf die Bühne zurück, die in der legendären Choreografie von John Cranko heute eine echte Rarität darstellt. Hier werden Tänzer zu Spielkarten in einem virtuosen Machtspiel. Kontrastiert wird dieser Klassiker durch Strawinskys „Pulcinella“. Choreograf Arshak Ghalumyan webt in seiner Neufassung eine kluge Rahmenerzählung ein: Er entführt das Publikum in die Ära von Yvonne Georgi, die das Werk bereits vor 100 Jahren in Gera inszenierte. Ein Abend voller historischer Bezüge und lebendiger Tanzkunst, der Tradition und Neuschöpfung glanzvoll vereint. 18:45 findet eine Werkeinführung mit Arshak Ghalumyan und Clemens Fröhlich im Konzertsaal Gera statt. Im Anschluss an die Vorstellung kann das Publikum mit den Tänzer:innen des Thüringer Staatsballetts auf den Abend anstoßen.
Infos und Karten in den Theaterkassen, telefonisch unter 0365 8279105 (Gera) bzw. 03447 585160 (Altenburg) sowie online unter www.theater-altenburg-gera.de
Kommentare