Im Jahre 2014 wurde der Dresdner Künstler Olaf Holzapfel mit dem Gerhard-Altenbourg-Preis ausgezeichnet. Bei der damit verbundenen Ausstellung unter dem Titel „Die Technik des Landes“ stellte er unter anderem Fachwerkkonstruktionen und Bilder aus Stroh aus. Im Kontext der Ausstellung wurde auf der Teehauswiese auch die Großskulptur „Holländische Mühlen“ errichtet, die damals eine der ersten Arbeiten einer neuen Werkgruppe darstellte. In Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Erfurt und der Stadt Altenburg sollte die Skulptur nur für einen begrenzten Zeitraum aufgestellt werden, der in der Folge jedoch mehrmals verlängert wurde.
Nach einem knappen Jahrzehnt wurden in den vergangenen Wochen allerdings erhebliche witterungsbedingte Verfallserscheinungen an der Skulptur festgestellt. Um eine Gefährdung der Bevölkerung zu vermeiden, werden die „Holländischen Mühlen“ daher aus Sicherheitsgründen (verkehrssicherungspflichtige Vorgaben) abgebaut. Der Vorgang ist mit dem Künstler abgestimmt. Der Rückbau der Holzkonstruktion erfolgt im Zeitraum vom 17. bis zum 21. Juli, der des Fundaments zu einem späteren Zeitpunkt.
Olaf Holzapfel (geb. 1967) gehört zu den profiliertesten deutschen Konzeptkünstlern unserer Zeit. Seine Arbeiten sind in zahlreichen Sammlungen vertreten und wurden in Museen und Galerien in der ganzen Welt ausgestellt. In der Begründung der Altenbourg-Preis-Jury hieß es 2014, dass Holzapfels Kunst Ausdruck einer Generation ist, die sich einer scheinbar entgrenzten Medienwelt ausgesetzt sieht. Nach Carlfriedrich Claus, Walter Libuda, Roman Opalka, Markus Raetz, Lothar Böhme, Cy Twombly, Micha Ullmann und Michael Morgner wurde Holzapfel als neunter Künstler mit dem wichtigsten Thüringer Kunstpreis ausgezeichnet.
Im Masterplan für den Schlossberg der KAG Altenburger Museen spielt die künftige Einbindung von zeitgenössischer Kunst in das Ensemble des historischen Schlossgartens eine wichtige Rolle. Sie wurde daher auch in den Gesprächen mit der Bearbeiterin der nun vorliegenden Denkmalpflegerischen Zielstellung für den Schlossgarten immer wieder thematisiert. So soll sowohl der Skulpturenkranz um das Lindenau-Museum wiederhergestellt als auch die Wegeverbindung zum Herzoglichen Marstall mit Kunstobjekten markiert werden. Es sollen aber auch darüber hinaus gezielt Stellen im Schlossgarten ausgewiesen werden, an denen solche künstlerischen Positionen einen Ort finden könnten.
Dr. Roland Krischke, der Direktor der Altenburger Museen, sagte hierzu: „Nicht jedes Kunstwerk im Öffentlichen Raum ist für die Ewigkeit fixiert. Die „Holländischen Mühlen“ von Olaf Holzapfel müssen aus Sicherheitsgründen weichen, doch wird der Altenburger Schlossgarten ein lebendiger künstlerischer Gesprächsraum zwischen Gartenkunst und zeitgenössischer Skulptur bleiben.“
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