Es sollte der Höhepunkt der Thüringer Liszt Biennale 2021 werden, für die Altenburg von der Deutschen Liszt Gesellschaft bereits langfristig als Hauptort ausgesucht war – die LANGE LISZT NACHT. Leider musste diese nach langem Bangen aufgrund der Corona-Pandemie letztendlich abgesagt werden. Doch recht schnell stand fest: Das tolle Engagement so vieler Altenburger Akteure sollte nicht umsonst gewesen sein. Die Stadt Altenburg und das Theater Altenburg Gera versprachen, die Veranstaltung im Rahmen der Thüringer Liszt Biennale 2023 durchzuführen und halten nun Wort: Am Sonnabend, 27. Mai, startet ab 17 Uhr in der Innenstadt die LANGE LISZT NACHT bei freiem Eintritt zu allen Veranstaltungen.
Bereits 2021 stand die Veranstaltung unter dem Motto „Alt & Jung“ – „Profis & Laien“ – „Klassisch & Modern“. Dabei folgen alle Beteiligten dem Vorbild des Weltenbürgers und Globetrotters Franz Liszt, dessen Reisen durch ganz Europa schließlich in Thüringen ihr Ziel fanden, wo er sich in Weimar niederließ und von dort aus auch Altenburg besuchte. Im Angedenken Liszts und nach dem Vorbild seiner kulturellen Neugier erwarten die Besucher zur LANGEN LISZT NACHT spannende Begegnungen, überraschende Aktionen und ungewöhnliche Orte im Herzen Altenburgs. Ob Klassik, Volksmusik, Pop oder Jazz, ob Tanz, Literatur oder Kunst – Die LANGE LISZT NACHT bietet für jeden Geschmack etwas. Sowohl traditionell als auch modern geht es zu, wenn an verschiedenen Stationen in der Altstadt, wie dem Marktplatz, dem Rathausbalkon, den Stadtkirchen, in soziokulturellen Zentren wie dem „OpenLab“ und „FACK e.V.“, der Bühne auf dem Marktplatz, dem Modehaus „MEIN FISCHER“, dem denkmalgeschützten Paul-Gustavus Haus, dem Historischen Friseursalon getanzt, musiziert, gemalt, interpretiert, gelesen, adaptiert und gesungen wird.
Die Künstlerinnen und Künstler des Theaters Altenburg Gera halten zur LANGEN LISZT NACHT ein buntes Programm für die ganze Familie bereit. Den Anfang machen die Blechbläser des Philharmonischen Orchesters, welche den Marktplatz mit festlichen Klängen erfüllen werden. Musikalisch geht es in der Brüderkirche weiter, wenn sich junge Musikerinnen und Musiker der Dualen Orchesterakademie Thüringen ihrem Publikum vorstellen. Leidenschaftlich wird es in der Bartholomäikirche, wenn das Ensemble diX barocke Musik mit dem Temperament des Tango Nuevo verschmelzen lässt. In der Galerie Brühl 2 kann man den Streichern bei Werken des georgischen Komponisten Sulkhan Tsintsadze auf die Finger schauen. Gefühlvoll wird es bei der szenischen Lesung des Schauspielensembles aus dem Briefwechsel zwischen einer von Liszts Frauen und ihm selbst. Die interaktive Klanggeschichte „Des Kaisers Nachtigall“ lädt in das Lindenau-Museum zum Zuhören und Mitmachen ein. Und nicht zuletzt wird der Opernchor unter der Leitung von Dr. Alexandros Diamantis ein stimmungsvolles Abschlusskonzert auf dem Markt gestalten.
Zu den zahlreichen Akteuren, die bereits 2021 dabei waren, gesellten sich Neue. So zum Beispiel der Betreiber der zwischenzeitlich fertig gestellten Gnadenkapelle, der sofort mit dabei sein wollte. Oder die Macher rund um das Projekt HOFSALON hinter der Brüderkirche. Eine besondere Farbe werden die Aktionen der jungen Leute von „FACK e.V.“ in den Abend bringen. Auch Angelika Lange vom TanzfitnessClub Kesselgasse konnte für eine Mitwirkung gewonnen werden. Ein Höhepunkt verspricht das heitere Szenenspiel „Liszt & seine Frauen“, das durch die Altenburger Mitspieler-Akademie zweimal auf der Marktbühne präsentiert werden wird. Die Laiendarsteller proben bereits intensiv seit Anfang März mit der Leipziger Regisseurin Heike Hennig dafür.
Welchen Bezug hatte Franz Liszt zu Altenburg? Durch Vermittlung des Altenburger Hoforganisten Friedrich Wilhelm Stade gastierte Franz Liszt ab 1867 mehrfach in Altenburg. 1867 zu einer ersten Visite, neun Jahre später 1876 zum zweiten Male und zwar im Rahmen des Tonkünstlerfestes, das erneut hier stattfand. Auf seine Anregung dürfte auch der Umbau der Trost-Orgel 1881 durch den Weißenfelsischen Orgelbauer Friedrich Ladegast, den Liszt überaus schätzte, zurückgehen. Darüber hinaus weilte Liszt mehrfach auf Schloss Poschwitz, einerseits zu diversen Tonkünstlerversammlungen, anderseits 1867 nachweislich zu einem privaten Besuch der Familie von der Gabelentz.
Letzterem gilt die eher kleine Veranstaltung „Wandeln im Park“ am Sonntag, 28. Mai, zwischen 11 und 14 Uhr im Park Poschwitz. Die Besucher erwartet hier eine kleine musikalische Matinee mit Mitgliedern des Philharmonisches Orchesters und die Möglichkeit, nach einer kurzen Einführung, ausgestattet mit einem Plan, den verwunschenen Park und seine immer noch vorhandenen, aber versteckten Denkmale auf eigene Faust zu entdecken.
Über den Programmüberblick im Flyer hinaus ist das komplette Programm bei der Stadt Altenburg abrufbar. Auf allen Werbemitteln ist der QR-Code sichtbar, die Programme hängen auch am Abend selbst in jeder Einrichtung aus.
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