Schmölln. Wie können Kommunen über Landesgrenzen hinweg auf gemeinsame wirtschaftliche Herausforderungen reagieren? Darüber tauschte sich die Kommunale Arbeitsgemeinschaft „terra plisnensis“ Anfang November bei ihrem regelmäßigen Treffen im Schmöllner Rathaus aus.
Der Zusammenschluss vereint die Städte Schmölln, Werdau, Gößnitz, Meerane und Crimmitschau sowie die Gemeinden Neukirchen und Ponitz. Bei den regelmäßigen Treffen bündeln die Kommunen ihre Interessen, teilen Erfahrungen und beraten über mögliche gemeinsame Lösungen.
Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Digitalisierung der Verwaltungen, die wirtschaftliche Entwicklung in Ostthüringen und Westsachsen sowie die finanzielle Lage der Gemeinden. Außerdem ging es um interkommunale Zusammenarbeit – etwa bei IT, Standesämtern und dem Feuerwehrtechnischen Zentrum. Auch gemeinsame Gemeindevollzugsdienste und Betriebskostenzuschüsse für die Hallenbäder in Schmölln und Werdau wurden angesprochen.
„Die Herausforderungen, vor denen unsere Kommunen stehen, machen nicht an Stadt- oder Landesgrenzen halt. Umso wichtiger ist es, miteinander im Gespräch zu bleiben, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln“, betonte Bürgermeister Sven Schrade. Die Arbeitsgemeinschaft „terra plisnensis“ sei dafür eine gewachsene und verlässliche Plattform, die auch künftig aktiv genutzt werden solle.
Ein besonderer Programmpunkt war die Übergabe des Staffelstabs von Schmölln an Werdau. Als Staffelstab dient ein historisches Weberschiffchen, das an die gemeinsame Textil- und Webereitradition der beteiligten Städte und Gemeinden erinnert.
Auch der Name der Arbeitsgemeinschaft knüpft an die Geschichte der Region an. Seine Ursprünge reichen bis in das Ende des 6. Jahrhunderts zurück: Slawen besiedelten damals den Pleißen-Raum und bezeichneten ihn als „pagus plisni“, den Pleißengau. Im Mittelalter erlangte das als „terra plisnensis“ bekannte Gebiet als Reichslandterritorium Bedeutung. Es umfasste unter anderem Gebiete der heutigen Städte Zeitz, Werdau, Crimmitschau, Altenburg, Zwickau, Schmölln und Waldenburg.
Die heutige Zusammenarbeit begann 2001 mit einer informellen Abstimmungsrunde mehrerer Städte aus Sachsen und Thüringen. 2004 gründeten Crimmitschau, Gößnitz, Meerane, Schmölln und Werdau sowie die Gemeinden Langenbernsdorf und Ponitz die länderübergreifende Arbeitsgemeinschaft unter dem Namen „terra plisnensis“. 2009 kamen Neukirchen und Ponitz hinzu; zugleich wurde die Zusammenarbeit als Kommunale Arbeitsgemeinschaft verbindlich geregelt.
Die Kommunen wollen weiterhin gemeinsame Interessen vertreten, Synergien nutzen und die Zukunft der Region zusammen gestalten.
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