DGB-Kreisverband: Volle Solidarität bei Kelvion – unbefristeter Streik seit Anfang August - ABG-Net.de
Anzeige
Klinikum 5
DGB-Kreisverband: Volle Solidarität bei Kelvion – unbefristeter Streik seit Anfang August | Solidaritätsbesuch – DGB-Kreisvorsitzender Thomas Jäschke (2. von links) und Verena Pohle vom DGB Kreisvorstand (4. von links) mit Kolleginnen und Kollegen von Kelvion.

Solidaritätsbesuch – DGB-Kreisvorsitzender Thomas Jäschke (2. von links) und Verena Pohle vom DGB Kreisvorstand (4. von links) mit Kolleginnen und Kollegen von Kelvion. (Foto: DGB-Kreisverband Altenburger Land)

DGB-Kreisverband: Volle Solidarität bei Kelvion – unbefristeter Streik seit Anfang August

Arbeit & Wirtschaft Pressemitteilungen
17.08.2026, 14:58 Uhr
Von: DGB Kreisverband Altenburger Land
Der DGB Kreisverband Altenburger Land erklärt seine volle Solidarität mit den streikenden Beschäftigten bei Kelvion in Nobitz-Wilchwitz. Seit Anfang August kämpfen sie unbefristet für eine faire soziale Absicherung angesichts einer geplanten Schließung.

Der DGB Kreisverband Altenburger Land steht geschlossen an der Seite der streikenden Kolleginnen und Kollegen bei Kelvion in Nobitz-Wilchwitz. Seit Anfang August kämpfen die Beschäftigten mit einem unbefristeten Streik für ihre Zukunft und für eine faire soziale Absicherung angesichts der angekündigten Schließung des Standortes.

DGB-Kreisvorsitzender Thomas Jäschke hat die Streikenden bereits vor Ort besucht und sich mit den Kolleginnen und Kollegen ausgetauscht. Für ihn zeigt sich dort sehr deutlich, was die angekündigte Werksschließung für die Menschen konkret bedeutet.

„Wer mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort spricht, merkt schnell, dass es hier um Existenzen geht. Um Menschen, die teilweise seit vielen Jahren für diesen Betrieb arbeiten. Um Familien, die wissen wollen, wie es für sie weitergeht. Sie brauchen jetzt unsere Solidarität und vor allem eine Lösung, die ihrer Lebensleistung gerecht wird“, so Jäschke.

Unbefristeter Streik für Sozialtarifvertrag und Absicherung

Nach mehreren Warnstreiks haben sich die Mitglieder der IG Metall bei Kelvion mit einem eindeutigen Votum für einen unbefristeten Streik ausgesprochen. Im Zentrum stehen insbesondere ein Sozialtarifvertrag sowie Regelungen, die die Folgen einer möglichen Schließung für die Beschäftigten abfedern sollen.

Für den DGB ist dieser Arbeitskampf deshalb weit mehr als eine Auseinandersetzung zwischen einem Unternehmen und seiner Belegschaft.

„Die Kolleginnen und Kollegen kämpfen nicht zum Spaß. Niemand steht tagelang vor einem Werkstor, weil er gerade nichts Besseres zu tun hat. Sie stehen dort, weil es um ihre Arbeitsplätze, ihre Familien und ihre Zukunft geht. Wer einen Standort schließen will, muss Verantwortung für die Menschen übernehmen, die diesen Standort über Jahre mit ihrer Arbeit getragen haben“, betont Jäschke.

Industriearbeitsplätze erneut im Fokus

Besonders schwer wiegt aus Sicht des DGB, dass erneut Industriearbeitsplätze im Altenburger Land auf dem Spiel stehen. Der DGB hatte bereits in einer Pressemitteilung im Juni vor einer schleichenden Deindustrialisierung der Region gewarnt. Die aktuelle Auseinandersetzung unterstreiche, wie ernst diese Entwicklung genommen werden müsse.

Dabei gehe es nicht allein um die unmittelbar betroffenen Beschäftigten. Industriearbeitsplätze schaffen Kaufkraft, sichern Aufträge bei anderen Unternehmen und geben Familien eine Perspektive in der Region. Gehen solche Arbeitsplätze verloren, reichen die Folgen weit über das Werkstor hinaus.

„Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, dass gute Industriearbeitsplätze in Ostdeutschland verschwinden und anschließend so getan wird, als sei das ein unvermeidbarer wirtschaftlicher Prozess. Hinter jedem Arbeitsplatz steht ein Mensch. Und hinter diesen Menschen stehen Familien, Lebensentwürfe und oft Jahrzehnte harter Arbeit. Das Altenburger Land kann es sich nicht leisten, diese Arbeitsplätze einfach abzuschreiben“, so Jäschke.

DGB fordert Kelvion zur Verantwortung auf

Der DGB fordert deshalb die Verantwortlichen bei Kelvion auf, die Situation der Beschäftigten ernst zu nehmen und ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden. Wer über die Zukunft eines Standortes entscheidet, trage auch Verantwortung für die Folgen dieser Entscheidung.

Gleichzeitig würdigt der Kreisverband den Zusammenhalt der Belegschaft, des Betriebsrates und der IG Metall. Der Arbeitskampf zeige eindrucksvoll, weshalb Gewerkschaften und betriebliche Mitbestimmung gerade in schwierigen Situationen unverzichtbar seien.

„Die Kolleginnen und Kollegen zeigen gerade, was Solidarität bedeutet. Sie stehen zusammen und kämpfen gemeinsam dafür, nicht mit den Folgen einer Entscheidung allein gelassen zu werden, die sie nicht verursacht haben. Dieser Zusammenhalt verdient Respekt. Als DGB Kreisverband stehen wir an ihrer Seite. Haltet durch. Ihr kämpft nicht allein“, erklärt Jäschke abschließend.

Der DGB Kreisverband Altenburger Land ruft auch weiterhin zu Solidarität mit den Beschäftigten von Kelvion auf und unterstützt den Arbeitskampf der IG Metall für eine faire Lösung für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen.

Kommentare

CAPTCHA CAPTCHA
ALTENBURGER LAND AKTUELL +++ Messplan für Rauchgas-Emissionen: Landratsamt Altenburger Land und Stadt Meuselwitz informieren +++ Kreisbauernverband bilanziert Ernte 2026: Bis zu 25 % weniger Erträge +++ Verkehrshinweise zum Altenburger Spielefestival-Wochenende: Vollsperrungen und Halteverbote ab 21.08.2026 +++ Rätselraum „Game over Freiheit“ in Altenburg: Codes knacken, Demokratie schützen +++ Pauritzer Platz wird ausgebaut: Bauarbeiten starten am 10. August +++