Altenburg. Bei einer im Altenburger Stadtgebiet gefundenen Breitflügelfledermaus ist ein Tollwut-Virus nachgewiesen worden. Das Veterinäramt und das Gesundheitsamt des Altenburger Landes weisen deshalb darauf hin, verletzte, kranke, auffällig verhaltende oder tote Wildtiere grundsätzlich nicht anzufassen.
Die Fledermaus war vom Fledermausschutz Ostthüringen aufgenommen und zum Veterinäramt gebracht worden. Da das Tier offenbar erheblich litt, wurde es eingeschläfert und zur weiteren Untersuchung an das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz geschickt. Eine Laboruntersuchung bestätigte dort die Infektion mit dem Tollwut-Virus.
Für Menschen ist das Ansteckungsrisiko im Alltag äußerst gering. Eine Übertragung setzt in der Regel direkten Kontakt voraus, etwa durch einen Biss oder Kratzer. Auch der Kontakt von Speichel oder Exkrementen mit Schleimhäuten kann eine Rolle spielen. Wer Wildtiere nicht berührt, hat praktisch kein Risiko, sich auf diesem Weg anzustecken.
Fledermäuse sind nachtaktive und scheue Tiere, die den Kontakt mit Menschen normalerweise meiden. Sie greifen Menschen nicht gezielt an. Auch deshalb wird die Gefahr einer Ansteckung bei zufälligen Begegnungen als äußerst gering eingeschätzt.
Amtsveterinär Matthias Thurau rät, kranke oder tote Wildtiere sowie Tiere mit auffälligem Verhalten niemals anzufassen. Stattdessen sollte das Veterinäramt informiert werden. Hunde- und Katzenhalter sollten außerdem darauf achten, dass ihre Tiere gegen Tollwut geimpft sind. Krankheiten können unter anderem auch durch illegal eingeführte Hunde oder Katzen nach Deutschland gelangen.
Sollte es dennoch zu einem Biss oder Kratzer durch ein Wildtier kommen, sollte umgehend ein Arzt oder eine Notaufnahme aufgesucht werden. Dort wird geprüft, ob eine medizinische Behandlung oder gegebenenfalls eine Impfung erforderlich ist.
Die klassische terrestrische Tollwut, wie sie beispielsweise durch Füchse übertragen werden kann, gilt in Deutschland seit 2008 als ausgerottet.
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