Wer in der DDR zu den Bluesern oder Kunden gehörte, mit dem Trampen zu Konzerten unterwegs war oder die Szene einfach aus nächster Nähe erlebt hat, kann jetzt helfen, ihre Geschichte zu bewahren. Für den geplanten Kinodokumentarfilm „Blues ist Leben“ sammeln Regisseur Lew Hohmann und die MONARDA Arts GmbH Erinnerungen und Zeitzeugnisse aus den 1970er- und 1980er-Jahren.
Ende der 1960er-Jahre entstand in der DDR eine besondere Jugendkultur. Sie hatte keine Parteiprogramme und verstand sich nicht als Opposition. Sie verband vor allem die Musik – und eine Sehnsucht nach Freiheit. Blues, lange Haare, Parka, Jeans, Gitarren und Mundharmonikas prägten das Bild der Szene.
An den Wochenenden reisten Tausende Jugendliche per Anhalter durchs Land. Sie trafen sich in Dorfgasthöfen, Kirchen, Konzertsälen und auf Festivals. Aus den Begegnungen entstand eine Gemeinschaft, die viele bis heute prägt.
Das Filmteam sucht Erinnerungen aus der Blueser- und Kundenszene der 1970er- und 1980er-Jahre – ausdrücklich aus der Zeit vor 1989. Willkommen sind unter anderem Fotos, Konzertkarten, Tagebücher, Briefe, Tonaufnahmen, Super-8-Filme, Schallplatten, Aufnäher und Abzeichen. Auch persönliche Geschichten über Bands, Konzerte und Begegnungen sind gefragt. Wer selbst nicht Teil der Szene war, kann den Aufruf an mögliche Zeitzeuginnen und Zeitzeugen weitergeben.
Gesucht werden auch Erinnerungen an bekannte Treffpunkte und Veranstaltungen der DDR-Bluesszene: etwa die Blues-Messen in Berlin, den Amorsaal in Mülsen, Ebersbrunn, Schlettwein, Steinbrücken, Limbach-Oberfrohna, Gaschwitz und Szeneorte in Erfurt. Ebenso interessieren das Filmteam Berichte über Pressefeste, die 1500-Jahrfeier in Altenburg, den Karneval in Wasungen und weitere Orte, an denen Musik, Freundschaft und Freiheit gelebt wurden.
Lew Hohmann hat bereits Filme über Musik, Bands und ihr Publikum in der DDR gedreht. Dazu zählen ein Film über die Gruppe Pankow aus den 1980er-Jahren sowie ein Kinodokumentarfilm über den Liedermacher und Poeten Hans-Eckardt Wenzel. Gemeinsam mit MONARDA Arts entwickelt er nun den Kinodokumentarfilm „Blues ist Leben“. Ziel des Projekts ist es, die Erinnerungen einer einzigartigen Generation zu bewahren und einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Wer Erinnerungen oder Materialien beisteuern möchte, kann sich an Karina Saligmann unter k.saligmann@monarda-arts.com wenden. Kontakt ist auch über MONARDA Arts GmbH, Torsten Bönnhoff, Große Brauhausstraße 8, 06108 Halle (Saale), möglich. Telefon: 0345 299 89 49 52, E-Mail: t.boennhoff@monarda-arts.com, Mobil: 0170 96 86 85 0.
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