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Thüringerinnen und Thüringer stellen ihrer Polizei gutes Zeugnis aus | Thüringer Ministerium für Inneres, Kommunales und Landesentwicklung

Thüringer Ministerium für Inneres, Kommunales und Landesentwicklung (Foto: Ronny Franke)

Thüringerinnen und Thüringer stellen ihrer Polizei gutes Zeugnis aus

Pressemitteilungen
29.09.2026, 13:33 Uhr
Von: THÜRINGER MINISTERIUM FÜR INNERES, KOMMUNALES UND LANDESENTWICKLUNG
Dunkelfeldstudie zeigt hohes Vertrauen – Cyberkriminalität und Betrug häufigste Delikte

Die Thüringerinnen und Thüringer stellen ihrer Polizei ein gutes Zeugnis aus. Das zeigt die jetzt vorliegende Dunkelfeldstudie „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland 2024“ (SKiD). Sie ist eine gemeinsame Querschnittsbefragung des Bundeskriminalamtes mit den Polizeien der Bundesländer. 90% der Befragten in Thüringen erleben die Polizei demnach als respektvoll, 89,1% als professionell und 79,9% als fair. 78,9% sind der Auffassung, dass die Polizei gute Arbeit bei der Verbrechensbekämpfung leistet. 76,2% stimmen der Aussage zu, dass die Polizei da sei, wenn man sie brauche.

„Diese Zahlen sind ein starkes Vertrauenssignal für unsere Polizei und ein Kompliment für die tägliche Arbeit der Kolleginnen und Kollegen“, sagt Innenminister Georg Maier. „Gleichzeitig nehmen wir sehr ernst, dass sich viele Menschen mehr sichtbare Polizei wünschen. Die Studie zeigt uns deshalb auch, welche Erwartungen an uns bestehen.“

Für die repräsentative Befragung wurden im Freistaat 25.008 Bürgerinnen und Bürger angeschrieben, 8.703 Fragebögen konnten ausgewertet werden. 84,9 Prozent der Befragten wünschen sich mehr polizeiliche Präsenz im öffentlichen Raum. Zugleich sehen 83,7 Prozent die Polizei als überlastet an. Auch bei der Informationsarbeit gebe es Verbesserungspotenzial.

Die Studie liefert darüber hinaus Erkenntnisse über Straftaten, die nicht oder nicht vollständig in der Polizeilichen Kriminalstatistik abgebildet werden. Besonders häufig berichteten die Befragten von Cyberkriminalität (17,2%) und Betrug (11,5%). 4,8 % berichteten von einem versuchten oder vollendeten Wohnungseinbruch. Gegenüber der Erhebung 2020 nahmen die Fallzahlen bei verschiedenen Einzeldelikten zu, darunter beim Missbrauch persönlicher Daten im Internet sowie bei bestimmten Betrugs- und Diebstahlsformen.

Gewalt- und Sexualdelikte wurden deutlich seltener genannt. 6,6% der Thüringerinnen und Thüringer berichteten von verbaler Gewalt im Internet. 2,2% wurden innerhalb eines Jahres Opfer einer Körperverletzung, 0,8% eines Raubes. Frauen waren insbesondere von sexueller Belästigung signifikant häufiger betroffen als Männer. Jüngere Menschen berichteten häufiger von Gewalt- und Sexualdelikten als ältere.

Auch Partnerschaftsgewalt wurde untersucht. 1,3% der Befragten gaben an, innerhalb eines Jahres durch aktuelle oder ehemalige Partnerinnen oder Partner mit Gewalt bedroht worden zu sein. 1,1% berichteten von Körperverletzungen. Frauen waren davon häufiger betroffen als Männer. Beim Sicherheitsgefühl zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen Tag und Nacht. Tagsüber fühlen sich 96,9% der Befragten in ihrer eigenen Wohngegend eher oder sehr sicher. Nachts fühlen sich auf Straßen, Wegen und Plätzen noch 70,5% sicher. Im öffentlichen Personennahverkehr sind es 41,4%, an Bahnhöfen 25% und in Parks und Parkanlagen 21,2%.

Gleichzeitig hat die Kriminalitätsfurcht gegenüber 2020 in allen untersuchten Deliktbereichen zugenommen. Besonders ausgeprägt ist die Sorge vor Betrug im Internet: 56,5% der Befragten sind ziemlich oder stark beunruhigt, davon betroffen zu werden.

Maier: „Die Dunkelfeldstudie ergänzt die Polizeiliche Kriminalstatistik um eine wichtige Perspektive: die persönlichen Erfahrungen und das Sicherheitsgefühl der Menschen. Für unsere Arbeit ist entscheidend, beides zusammenzubringen: die objektive Kriminalitätslage und die Wahrnehmung der Bürgerinnen und Bürger. Daraus können wir ableiten, wo wir kriminalpolitisch und bei der Prävention ansetzen müssen.“

Erstmals ermöglichen die Ergebnisse einen Vergleich der Entwicklungen zwischen 2020 und 2024.Die Dunkelfeldforschung wird fortgesetzt. Von April bis Juli 2026 fand bereits die dritte Befragung im Rahmen von SKiD statt. In Thüringen waren 25.370 Menschen ab 16 Jahren zur Teilnahme aufgerufen; rund ein Drittel beteiligte sich. Ergänzend zum bundesweiten Fragebogen kam ein thüringenspezifisches Fragemodul zu „Gewalt und kontrollierenden Verhaltensweisen in (Ex-)Partnerschaften“ zum Einsatz. Die Ergebnisse sollen im kommenden Jahr veröffentlicht werden.

Der ausführliche Abschlussbericht, der auch eine Kurzzusammenfassung enthält, kann auf der Internetseite der Forschungsstelle des Fachbereiches Polizei heruntergeladen werden. Weiterführende Informationen und bundesweite Ergebnisse sind auf der Projektseite des Bundeskriminalamtes zu finden:

https://www.bka.de/DE/UnsereAufgaben/Forschung/ForschungsprojekteUndErgebnisse/Dunkelfeldforschung/SKiD/skid_node.html

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