Schmölln, 2. Oktober 2026. Der Stadtrat der Stadt Schmölln hat in seiner Sitzung am 1. Oktober mehrere wichtige Entscheidungen für die weitere Entwicklung der Stadt getroffen. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Beschaffung eines neuen Tanklöschfahrzeugs, der Ausbau der Abwasserinfrastruktur, die künftige Betriebsführung des Freibades, die Stärkung der Stadtwerke sowie die Digitalisierung der Gremienarbeit.
Der Stadtrat stimmte einer Änderung des bereits vergebenen Auftrags für ein neues Tanklöschfahrzeug zu. Statt des ursprünglich vorgesehenen TLF 3000 wird nun ein leistungsfähigeres TLF 4000 der Rosenbauer Deutschland GmbH beschafft.
Das Fahrzeug verfügt über einen Wassertank mit einem Fassungsvermögen von 4.000 Litern und damit über 1.000 Liter mehr als die ursprünglich geplante Variante. Zusätzlich ist ein fest verbauter Schaummitteltank mit einem Volumen von 500 Litern vorgesehen. Auch die größere Gewichtsreserve und die damit verbesserten Zuladungsmöglichkeiten sprechen für das leistungsfähigere Fahrzeug.
Der Kaufpreis beträgt 482.465 Euro brutto. Damit liegt das TLF 4000 um 7.735,92 Euro über dem ursprünglich vergebenen Auftrag für das TLF 3000. Die Förderung des Freistaates Thüringen in Höhe von 125.000 Euro bleibt unverändert bestehen.
Der Stadtrat beschloss außerdem eine freiwillige Einzahlung der Stadt Schmölln in Höhe von 400.000 Euro in die Kapitalrücklage der Stadtwerke Schmölln GmbH. Die Mittel waren bereits im Haushaltsplan 2026 vorgesehen und genehmigt.
Mit der Einzahlung soll die wirtschaftliche Grundlage der Stadtwerke gestärkt werden. Dadurch sollen sie in die Lage versetzt werden, ihren Gesellschaftszweck und die bestehenden Aufgaben weiterhin zu erfüllen.
Auch für die Verbesserung der Abwasserentsorgung in Selka wurde ein Auftrag vergeben. In den Straßen Am Thongraben, Am Fuchsloch und Am Schmiedeberg sollen neue Schmutz- und Regenwasserkanäle sowie Grundstücksanschlusskanäle entstehen.
Nach einer öffentlichen Ausschreibung und der Prüfung der eingegangenen Angebote erhielt die regionale HELI Transport und Service GmbH aus Schmölln den Zuschlag. Das Unternehmen hatte mit 836.313,16 Euro brutto das wirtschaftlichste Angebot vorgelegt. Darin enthalten ist auch ein positiv bewertetes Nebenangebot für eine Spülbohrung in einem bestimmten Bauabschnitt.
Für die gesamte Maßnahme sind im Haushalt rund 1,05 Millionen Euro vorgesehen.
Ab 2027 gilt für die technische und organisatorische Betriebsführung des Freibades Schmölln durch die Stadtwerke Schmölln GmbH eine neue Kalkulationsgrundlage. Der Stadtrat stimmte der von den Stadtwerken vorgelegten Selbstkostenkalkulation zu.
Für das Jahr 2027 wird ein Selbstkostenfestpreis von 210.400 Euro netto zugrunde gelegt. Die bisherige umsatzabhängige Vergütung in Höhe von 40 Prozent der Eintrittseinnahmen entfällt künftig.
Die neue Kalkulation berücksichtigt insbesondere den tatsächlich erforderlichen Personaleinsatz sowie Material-, Dienstleistungs- und weitere Betriebskosten. Für den Freibadbetrieb werden anteilig 28 Beschäftigte der Stadtwerke eingesetzt. Dies entspricht 1,87 Vollzeitäquivalenten. Die Stadtverwaltung hat die vorgelegte Kalkulation auf ihre Angemessenheit geprüft.
Mit der Umstellung soll die Vergütung künftig nachvollziehbar und auf Grundlage der tatsächlich erforderlichen sowie nach den preisrechtlichen Vorgaben anrechenbaren Kosten ermittelt werden.
Darüber hinaus beschloss der Stadtrat eine Richtlinie für die digitale Gremienarbeit der Stadt Schmölln. Sitzungsunterlagen, Anträge, Beratungsvorlagen und Niederschriften sollen künftig vollständig digital über das Gremieninformationssystem bereitgestellt und bearbeitet werden.
Die digitale Arbeitsweise soll den Verwaltungsaufwand verringern, Kosten senken und den Mitgliedern der kommunalen Gremien jederzeit Zugriff auf aktuelle Unterlagen und frühere Beschlüsse ermöglichen. Für die Teilnahme an der digitalen Gremienarbeit erhalten die Stadtratsmitglieder einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 300 Euro zur Beschaffung und Unterhaltung der notwendigen Hardware.
Außerdem beschloss der Stadtrat die Besetzung des gemeinsamen Ausschusses des Städteverbundes Schmölln-Gößnitz. Die beiden Städte arbeiten bereits seit 2002 in diesem Verbund zusammen.
Neben den Einzelentscheidungen befasste sich der Stadtrat mit dem Haushaltsentwurf der Stadt Schmölln für das Jahr 2027. Der Entwurf wurde in der Sitzung beraten und bildet die Grundlage für die weitere Haushaltsdiskussion.
Die formelle Beschlussfassung über den Haushalt 2027 soll voraussichtlich in der Stadtratssitzung im Dezember erfolgen. Bis dahin können die Beratungen fortgesetzt und gegebenenfalls noch Anpassungen am Entwurf vorgenommen werden.
Auf der Tagesordnung standen außerdem die Bestätigung des Jahresabschlusses 2025 der Wohnungsverwaltung Schmölln GmbH, die Ergebnisverwendung, die Entlastung von Geschäftsführung und Aufsichtsrat sowie die Vergabe der Jahresabschlussprüfung für das Jahr 2026.
Bürgermeister Sven Schrade erklärte:
„Die heutigen Beschlüsse zeigen, wie vielfältig die Aufgaben sind, vor denen unsere Stadt steht. Wir investieren in die Sicherheit unserer Feuerwehr, in eine leistungsfähige Infrastruktur und in wichtige kommunale Einrichtungen. Gleichzeitig schaffen wir mit der Digitalisierung der Gremienarbeit neue und zeitgemäße Arbeitsstrukturen. Mit der Beratung des Haushaltsentwurfs 2027 richten wir zudem bereits den Blick auf die kommenden Aufgaben und finanziellen Herausforderungen.“
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