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Junge Talente begeistern im Händel‑Haus — Stipendien für Meisterkurse und Studium | Karl Seyffarth aus Windischleuba (Mitte)

Karl Seyffarth aus Windischleuba (Mitte) (Foto: Thomas Ziegler und FrotscherBuch)

Junge Talente begeistern im Händel‑Haus — Stipendien für Meisterkurse und Studium

Kunst, Kultur & Freizeit
17.04.2026, 13:17 Uhr
Von: Sven Frotscher
Beim Vergabekonzert der Händel-Mozart-Jugendstipendien am 16. April 2026 im Händel‑Haus begeisterten junge Talente aus Mitteldeutschland — darunter Karl Seyffarth aus Windischleuba — mit virtuosen Programmen; Mäzen Sven Frotscher warb für mehr bürgerschaftliche Kulturförderung.

Im festlichen Ambiente des Händel-Hauses in Halle (Saale) fand das Vergabekonzert der Händel‑Mozart‑Jugendstipendien statt. In einer Zeit, in der kulturelle Förderung oft vor Herausforderungen steht, setzte der Abend ein deutliches Zeichen für das Bürgerengagement, das Dr. Judith Marquardt, Beigeordnete für Kultur und Sport der Stadt Halle (Saale), in ihrer Begrüßung besonders hervor. Seit 24 Jahren wird dieses Stipendium vergeben; es hat das Ziel, junge musikalische Talente auf ihrem Weg zur Exzellenz zu begleiten.

Der Mäzen und Gründer des Stipendiums, Sven Frotscher, stellte in seiner Rede eine visionäre Rechnung zur Stärkung der freien Kulturszene vor: Bei rund 7.500 Hochverdienern in Halle, die monatlich zwischen 5.000 und über 8.000 Euro netto verdienen, würden 500 engagierte Bürger ausreichen, um den städtischen Haushalt für freie Kultur in Höhe von 1.000.000 Euro privat zu decken. Das entspräche einem jährlichen Beitrag von 2.000 Euro pro Person – ein Modell, das Frotscher bereits vorlebt. Vor zwei Jahren gewann er die Professoren Thomas Magin und Mechthild Hatzfeld als Unterstützer für ein Zusatzstipendium; das Konzert eröffnete Emma Borggrefe am Violoncello mit einem Ricercar von Domenico Gabrielli.

Die diesjährigen Stipendiaten zeigten eindrucksvoll, warum sie zur Spitze des mitteldeutschen Nachwuchses gehören. Alle Preisträgerinnen und Preisträger verbindet eine besondere Beharrlichkeit: Sie hatten sich bereits zum dritten Mal oder öfter um die Förderung beworben. Fanny May Schönhardt aus Halle (Saale) begeisterte das Publikum mit einer tief beseelten Interpretation von Händels Violinsonate D‑Dur und Mozarts Violinkonzert Nr. 5; vorgestellt wurde sie von Prof. Dr. Bert Greiner, am Klavier begleitete sie Emin Mamedov.

Für eine menschliche und amüsante Note sorgte Emanuel Urban aus Leipzig. Der junge Querflötist, der neben der Musik auch schauspielerisch aktiv ist, löste herzliche Lacher aus, als er vor seinem Auftritt seine Noten suchte – die sich schließlich friedlich in seinem Rucksack wiederfanden. Trotz des kurzen Schreckmoments spielte er Händels Flötensonate e‑Moll sowie Mozarts Flötenkonzert Nr. 1 souverän und professionell.

Ein weiteres Highlight setzte der Pianist Karl Seyffarth aus Windischleuba. Seine musikalische Laufbahn begann bereits im Alter von vier Jahren; Anekdoten zufolge verbrachte er den Anfangsunterricht gelegentlich „unter“ dem Instrument, bevor er später sein volles Potenzial entfaltete. Dies mündete in einer phänomenalen, auswendig vorgetragenen Interpretation von Frédéric Chopins Ballade Nr. 1 in g‑Moll.

Als Anerkennung für ihre Arbeit und ihr Talent erhielten alle Stipendiaten zwei wertvolle Gutscheine: die Teilnahme an einem Meisterkurs der Austrian Master Classes in Österreich im Wert von 1.200 Euro sowie bei Immatrikulation an einer der 24 deutschen Musikhochschulen ein monatliches Zusatzstipendium von 50 Euro für die Dauer eines Jahres. Der Abend im Händel‑Haus war damit nicht nur ein Konzert, sondern ein Versprechen für die Zukunft der klassischen Musik.

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